Kupfer-Spirale senkt Krebsrisiko

Montag, 05.08.2013

Die Fachzeitschrift "Lancet Oncology" veröffentlichte 2011 eine Studie, die zeigt, dass die Kupfer-Spirale die Wahrscheinlichkeit für Gebärmutterhalskrebs um die Hälfte reduziert.

Für die Studie wertete ein internationales Forscherteam in Barcelona Fallstudien aus mehreren Ländern Europas aus. Insgesamt wurden Daten von 20.000 Frauen untersucht. Ein weiteres Ergebnis kam dabei zutage: Entgegen früherer Vermutungen führt die Verwendung von Intrauterinpessaren nicht zu einer Infektion mit humanen Papillomaviren (HPV), eine verbreitete Ursache für Gebärmutterhalskrebs bei jungen Frauen. Die Erkrankung trat bei Nutzerinnen einer Kupfer-Spirale nur halb so häufig auf wie bei Frauen, die auf andere Weise verhüteten.

Die Verhütungsdauer mit der Kupfer-Spirale ist der Studie zu Folge für das Ergebnis unerheblich. Bemerkenswert ist, dass auch bei längerer Anwendung das Erkrankungsniveau ähnlich niedrig bleibt wie im ersten Jahr nach Einsetzen der Kupfer-Spirale. Die Spirale wird entgegen vieler Vorurteile von jungen Frauen gut vertragen und kann bis zu fünf Jahre im Körper verbleiben.

Kupfer-Spirale: 10% der Deutschen Frauen nutzt sie

Was passiert bei diesem Vorgang genau? Die Kupfer-Spirale kann scheinbar verhindern, dass sich mit HPV infizierte Zellen im Gebärmutterhals in bösartige Krebszellen verwandeln. Schon die Entnahme von Gebärmutterhalsgewebe zur Biopsie kann spontane Rückbildungen von derartigen Zervixkarzinomen bewirken. Im Umkehrschluss bedeutet das aber auch, dass die Wahrscheinlichkeit, mit der sich aus einer Infektion mit HPV-Viren später Gebärmutterhalskrebs entwickelt, bisher stark unterschätzt wurde.

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Die Kupfer-Spirale erzeugt einen immunologischen Schutzmechanismus

Dieser Studie zufolge schützt die Kupfer-Spirale zwar nicht vor einer HPV-Infektion, senkt aber das Risiko für Gebärmutterhalskrebs um 50 Prozent. Trotzdem ist die Kupferspirale zur Empfängnisverhütung lange nicht so beliebt wie die Antibabypille. Letztere nimmt unter den Verhütungsmethoden den ersten Rang ein, unmittelbar gefolgt von Kondomen. Erst an dritter Stelle steht die Spirale. Die zuverlässigste, nebenwirkungsarme Verhütungsmethode ist jedoch die Hormonspirale. Auch bei Hormonspiralen wurde der vorab erwähnte Schutz vor dem Gebärmutterhalskrebsrisiko festgestellt. In der leichten und permanenten Reizung der Schleimhaut im Gebärmutterhals bei Trägerinnen einer Hormon- oder Kupfer-Spirale vermuten die Mediziner den Grund für das geringere Krebsrisiko. Dadurch wird offensichtlich ein Schutzmechanismus in Gang gesetzt, der noch nicht vollständig erforscht ist.

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