Kunstinstallation aus Vibratoren – "Der Schwarm"

Donnerstag, 08.05.2014

Nicht nur einen Vibrator, sondern gleich 2.500 Stück verarbeiteten Nürnberger Studentinnen in einem Kunstwerk. Titel der surrenden Installation: "Der Schwarm".
Ein Vibrator neben dem anderen hängt von der Decke der Ausstellungshalle der Nürnberger Kunstakademie. 2.500 Stück der einfachen, silbernen Modelle sind es insgesamt, die an dünnen Fäden von der Decke baumeln und alle gleichzeitig vibrieren. Die organisch-trichterartige Form trägt den Titel "Schwarm" zu Recht – auf den ersten Blick erinnert sie in ihrer visuellen Struktur schließlich an einen Fischschwarm, nur dass die silbrigen Leiber der Vibratoren im Gegensatz zu einem Heringsschwarm vertikal unterwegs sind, und dass es keine Vorwärtsbewegung gibt. Stattdessen verharren die Vibratorenkörper leise summend an Ort und Stelle, dort, wo sie von ihren Schnurhalterungen fixiert werden.
Vom Vibrator zur Schwarmintelligenz
"Schon von Weitem hört man dieses Geräusch, das nur sehr große Massen hervorbringen können. Ein grandioses Rauschen, vom Leben selbst erzeugt", heißt es im Pressetext, der auf der Webseite der Kunstakademie Nürnberg auf die Eröffnung der Installation hinweist. Ein Video gibt einen Eindruck, wie die Installation in Bewegung aussieht. Die vielen vor sich hin brummenden Sexspielzeuge erwecken tatsächlich den Eindruck einer riesigen Gruppe seltsamer Lebewesen.


Sexspielzeug in der bildenden Kunst

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Auch die drei Künstlerinnen Diana Donath, Katharina Heubner und Susan Helen Miller, die sich die Vibrator-Installation ausgedacht haben, betonen den organischen Eindruck ihrer Arbeit: "Letzten Endes war es irgendwie so eine organische Form irgendwie zu finden oder zu erfinden", erklärt Kunststudentin Katharina Heubner im Interview mit dem Bayrischen Rundfunk. "Vielleicht mit einem sehr technischen Kleinstmotor letzten Endes, der jetzt in Form von einem Vibrator in Silber da hängt". Laut den Künstlerinnen soll die metallisch-silberne Farbe der Vibratoren an Insekten erinnern.
Bei den jungen Nürnbergerinnen handelt es sich jedoch nicht um die einzigen Künstler, die Sexspielzeug in ihre Arbeiten integriert haben. So verarbeitete der Schweizer Olaf Breuning schon vor zehn Jahren eine Latexsexpuppe in seiner Multimediainstallation "Hello Darkness". 2003 sorgten außerdem die zum Dunstkreis der "Young British Artists" gerechneten Chapman Brothers  mit ihrer Skulptur "Death" für eine Kontroverse – die bemalte Bronzeskulptur stellt zwei Sexpuppen mit Dildos in der 69er-Position dar. Für diese Arbeit wurde das Duo für den renommierten Turner Prize nominiert.

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Kunstinstallation aus Vibratoren
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08.05.2014 18:05
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