Künstlerische Züge der Sexualität

Freitag, 05.09.2014 Jana Ackermann

Ein Künstler startete jetzt in Berlin ein  Kunstprojekt, in dem er ein Jahr lang täglich Sex mit verschiedenen Männern haben möchte. Damit drücke er künstlerisch die Sexualität seiner Generation aus.

Wie die Onlineausgabe der Zeitung DieWelt berichtet, habe sich der russische Künstler Mischa Badasyan (26) in Berlin ein Kunstprojekt überlegt, das Sexualität in der heutigen Zeit mit ihren Folgen ausdrücken solle. Dazu wolle er vom  1. September an jeden Tag mit einem anderen Mann schlafen. Sein Projekt heiße „Save the Date“, berichtet die Welt.

Sex als Ausdruck der Einsamkeit

Teil seines Projekts sei es, eine Art „Video-Tagebuch“ über seine One-Night-Stands zu führen und zu beschreiben, wie es ihm nach dem Sex gehe. Sein Projekt solle die Generation von heute widerspiegeln, die mit einer deutlich lockereren Sexualität als früher aufwachse.

Aber er wolle auch wachrütteln, Sexualität genau so darstellen, wie sie heute sei: Trotz der Intimität zwischen zwei Menschen beim Sex, sei das Gefühl danach pure Einsamkeit „Ich glaube, viele Menschen haben gar keine Ahnung von Sex. Ich werde so häufig gefragt, ob ich Analsex habe. Ich finde es schade, dass viele Menschen nur so plakativ denken können“, erzählte der Künstler der Welt im Interview.

Der Russe nehme dabei Bezug auf den französischen Philosophen Marc Augé, der einst von „Nicht-Orten“ sprach. „Das sind Supermärkte oder Autobahnen. Orte, an denen sich Menschen begegnen, aber letztlich keine Kommunikation stattfindet und keinerlei Identität besteht. Diese ‚Nicht-Orte‘ sind traurige Orte und führen am Ende zu Einsamkeit“, beschreibt die Welt diese Orte und führt aus, dass der Künstler die heutige Sexualität vieler Menschen darauf beziehe.

Sexualität heute

Badasyan, der noch nie einen festen Freund hatte, wolle mit seiner Idee einen Kontext zu dieser Art von Sexualität herstellen. „In meiner Arbeit geht es um das Thema Einsamkeit. Mein Vorhaben spiegelt die Gesellschaft wider, in der die Kultur der One-Night-Stands fest verankert ist“, erzählte er der Welt.

Er ziele damit auf Onlineportale wie „Gay-Romeo“ oder „Grindr“ ab, in denen es lediglich um eine Verabredung zum Sex ginge. Die Männer würden sich treffen, miteinander schlafen, und sich so schnell verabschieden, wie sie sich online kennengelernt hätten. Das sei ein trauriges Spiel zwischen Homophobie, Klischees, Einsamkeit und Sex, schrieb die Welt.

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