Kritik an "Shades of Grey" – Gewalt gegen Frauen?

Mittwoch, 28.05.2014

Die "Shades of Grey"-Trilogie war nach Erscheinung ein absoluter Bestseller – immerhin dreht sich dabei alles um Sex der besonderen Art. Doch inzwischen haben Kritiker Bedenken geäußert.

Nachdem die erste Schnappatmung hinsichtlich des Bestsellers "Shades of Grey" vorüber war, folgte auch schon die nächste: Wissenschaftler äußerten Kritik an der Botschaft, die das Buch seinen Lesern vermittle. Es würde den Akt der Gewalt gegen Frauen verherrlichen, wie die "L.A. Times" berichtet. Eine Studie des ersten Bandes untermauert die Bedenken.

Shades of Grey: Ein Buch spaltet die Nation

Forscher und Wissenschaftler der Ohio State University sowie der Michigan State University haben sich die ersten 124 Seiten vorgeknöpft und auf Herz und Nieren geprüft. Ihre Annahme war, dass das Verhalten der Protagonisten sowie deren Sexpraktiken vergleichbar sind mit Paaren, deren Verhältnis laut dem Center for Disease Control and Prevention offiziell in die Kategorie "Gewalt durch Beziehungspartner" fällt. Die Ergebnisse der Studie wurden anschließend im "Journal of Women's Health" veröffentlicht.

 

Amy Bonomi, Leiterin der Forschergruppe der Ohio State University, berichtet darin, dass Gewalt zwischen Partnern im Roman allgegenwärtig sei und "in fast jeder Interaktion" der Protagonisten vorkomme. "Gewalt durch Beziehungspartner" wird in der US-amerikanischen Bundesbehörde definiert mit "physischer, sexueller oder psychischer Gewalt durch den aktuellen oder einen früheren Partner". All diese Merkmale seien in den ersten Seiten "Shades of Grey" zu finden.

Verherrlichung von Gewalt gegen Frauen?
Zudem, so argumentiert Bonomi weiter, "zeige Anastasia typische Reaktionen einer missbrauchten Frau". So ändere sie zum Beispiel ihr Verhalten, um den Frieden in der Beziehung zu wahren. In der Realität gibt es durchaus BDSM-Praktiken, die von beiden Partnern einvernehmlich ausgeübt werden, "doch die Beziehung, die wir zwischen Christian und Anastasia sehen, ist anders. Was wir in ihnen sehen, ist ein klarer Fall von Missbrauch", gibt Bonomi zu bedenken.
Mit der Studie wollen die Wissenschaftler das Buch aber nicht verurteilen. Vielmehr wollen sie die Leser für das Thema des Missbrauchs und der Gewalt gegen Frauen sensibilisieren. "Es ist ein sehr lehrbarer Moment, in dem wir mit jungen Menschen darüber sprechen sollten, was Missbrauch ist und mit welchen Strategien wir ihn verhindern können."

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