Kostenlose "Pille danach" für Frauen in Mexiko

Sonntag, 06.07.2014

Die "Pille danach" ist in Mexiko wie in den meisten anderen Ländern umstritten. Der dortige Kongress billigte dennoch ein Gesetz, wonach diese frei ausgegeben werden soll.

Der kostenlose und einfache Zugang zur "Pille danach" kann die Rate der Abtreibungen in einem Land deutlich senken. Das wissen auch die Gesetzgeber in Mexiko. Dort möchte man, auch aus anderen Motiven heraus, jungen Frauen den Zugang zur Pille danach  ermöglichen – und zwar kostenlos.

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Rechte junger Menschen stärken

"Die Regierung wird sich mit Nachdruck dafür einsetzen, dass Verhütungsmittel für Jugendliche in allen mexikanischen Gesundheitszentren frei zur Verfügung stehen", zitiert "crossmap.com" den Gesetzesentwurf, der Anfang Juni 2014 angenommen wurde. "Davon eingeschlossen sind Verhütungsmittel für den Notfall." Das heißt mit anderen Worten, dass die mexikanische Regierung auch die "Pille danach" kostenlos abgeben will. Allerdings sollen nur Frauen zwischen 12 und 29 Jahren von der Initiative profitieren.

"Mit all ihren Abteilungen und Möglichkeiten wird die Regierung junge Menschen dabei unterstützen, Zugang zu rechtlichen und medizinischen Dienstleistungen zu bekommen, die es ihnen erlauben, ihre Gender-Rolle nach ihren eigenen Vorstellungen für sich zu entwickeln", so die Erklärung weiter. Explizit wird auch auf Mittel wie die "Pille danach" verwiesen, die wenige Tage nach einer Verhütungspanne beim Geschlechtsverkehr einen Abgang verursachen kann.

Sollen Eltern über die "Pille danach" entscheiden dürfen?

Natürlich regt sich auch hier Widerstand gegen die kostenlose Verteilung der "Pille danach". Kritisiert wird genau das, was die mexikanische Regierung erreichen möchte: den Einfluss der Eltern in diesen Belangen zu minimieren. Eine Frau namens Laetizia Gonzalez, Präsidentin einer Familienorganisation namens "Voz Publica A.C." ist überzeugt: Das Gesetz werde Eltern ihrer Rechte berauben, ebenso aber ihrer Verpflichtungen als Personen, die für die Erziehung und den Schutz ihrer Kinder verantwortlich sind.

Bei volljährigen Frauen ist das nicht relevant. Weil das Gesetz aber für junge Mädchen ab zwölf Jahren gültig ist, können sich diese tatsächlich selbstständig die "Pille danach" besorgen. Ob dies zu fahrlässigerer Verhütung führen wird, oder zu weniger ungewollten Schwangerschaften – oder vielleicht sogar zu beidem –, muss sich erst zeigen.

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Die "Pille danach" spaltet nicht nur hierzulande die Nation. Auch in Mexiko ist man sich uneinig, ob die Notfall-Verhütung für Frauen frei zugänglich sein sollte.

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