Kondom auf den Philippinen – Kostenlose Verhütung

Montag, 28.04.2014

Verhütungsmittel wie das Kondom sind auf den Philippinen so umstritten, dass jetzt das oberste Gericht des Landes über ihre Verfassungskonformität entscheiden musste.

Kirchliche Gruppen, die das Kondom und andere Verhütungsmittel aus christlichen Motiven verbieten wollen? Was sich nach den Missionaren einer vergangenen Zeit anhört, ist auf den Philippinen noch Realität. In dieser Woche hatte die Justiz des asiatischen Landes eine Klage kirchlicher Gruppen abgelehnt, die ein Gesetz zur Familienplanung anzweifelten. Geburtenkontrolle ist gleich Abtreibung, so die radikale Ansicht der Gegner.

Kondome sind für viele zu teuer

Die Regierung der Philippinen hatte ein Gesetz beschlossen, dass das Bevölkerungswachstum des Landes mittels verschiedener Maßnahmen eindämmen soll. So wird es an Schulen zum Beispiel obligatorischen Sexualunterricht geben. "Präservative sind in dem streng katholischen Land zwar nicht verboten", schreibt die "Neue Züricher Zeitung", "aber für ärmere Schichten kaum erschwinglich." Dadurch käme es zu einem hohen Anteil ungewollter Schwangerschaften. Deswegen sollen Arme künftig mit Verhütungsmitteln wie Kondomen kostenfrei versorgt werden.

Die Kirchenvertreter ereiferten sich so sehr über dieses Gesetz, dass sie dem Präsidenten der Philippinen, Benigno Aquino III., sogar mit Exkommunikation drohten. Während Kondome also hierzulande als das Normalste der Welt angesehen werden, sind sie in anderen Ländern ein großes Politikum.

Verhütungsmittel gegen Bevölkerungswachstum

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Das Oberste Gericht der Philippinen jedenfalls befand diese Woche einstimmig, dass die staatlich finanzierten Maßnahmen zur Drosselung des Bevölkerungswachstums nicht verfassungswidrig seien. Einige Änderungen wurden aber dennoch implementiert.

Während die kostenfreien Kondome für ärmere Bevölkerungsschichten definitiv durchgesetzt wurden, gab es Streichungen bei geplanten Strafen. So müssen Beamte, die sich dem staatlichen Programm verweigern, nicht mit Sanktionen oder Strafen rechnen.

Schon seit vielen Jahren kämpft die Kirche des Entwicklungslandes gegen Verhütungsmittel wie die Antibabypille und Kondom. Der Inselstaat zählt zu den 15 bevölkerungsreichsten Ländern der Erde und platzt mit 94 Millionen Einwohnern aus allen Nähten. Ein Viertel der Bevölkerung lebt unter der Armutsgrenze. Wenn es gelingt, Verhütungsmittel tatsächlich flächendeckend zu verbreiten, könnte das Problem in einigen Jahren vielleicht eingedämmt werden.

Die einfachste und schnellste Methode ist das Verhütungsmittel Kondom.

Die Wahl des richtigen Verhütungsmittels ist besonders wichtig. Es sollte auf die Bedürfnisse der Frau abgestimmt sein.

 

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