Kommt die Pille für den Mann tatsächlich?

Mittwoch, 07.06.2017

Die Revolution unter den Verhütungsmitteln könnte jetzt endlich Realität werden: die Pille für den Mann. Forscher haben eine Kombination pflanzlicher Wirkstoffe entdeckt, die eine ungewollte Schwangerschaft verhindern soll. Das Beste: Das mögliche Präparat hat nicht mal Nebenwirkungen!

Wissenschaftlern der University of Berkeley ist offensichtlich der Durchbruch gelungen. Sie haben herausgefunden, wie sie mit natürlichen Komponenten die Spermien des Mannes verlangsamen können. Auf diese Weise fehlt ihnen die Kraft, eine Eizelle zu befruchten. Doch kommt die Pille für den Mann wirklich schon demnächst auf den Markt?

Der Turbo der Spermien als neuer Ansatzpunkt

Um das neue Verhütungsmittel zu entdecken, haben Forscher die Spermien des Mannes genauer untersucht, als es bislang getan wurde. Die aktuellen Verhütungsmittel für die Herrenwelt, sprich vor allem das Kondom, verhindern vor allem den Spermienfluss in den weiblichen Körper. Doch nicht nur der Fluss an sich, sondern auch die Kraft der Spermien ist ausschlaggebend dafür, ob eine Frau befruchtet werden kann oder nicht.

Um in die Eizelle zu gelangen, müssen die kleinen vitalen Kerlchen nämlich am Ende ihrer langen Reise einen gewissen Turbo einschalten. Die Schwänzchen, die sich hinter ihrem Kopf befinden, machen hierzu einen blitzschnellen Peitschenschlag, wodurch sie die Kraft erhöhen und ermöglichen, durch die Wand der Eizelle in dessen Kern zu dringen.

Die Pille für den Mann nimmt die Geschwindigkeit

Mittels aufwendiger Untersuchungen fanden die Forscher heraus, dass es das Hormon Progesteron ist, das den Spermien diese unglaubliche Kraft verleiht. Es öffnet Kanäle am Schwanz der Spermien, wodurch Kalziumionen einströmen und den Turbo zünden. Mithilfe dieser Erkenntnis machten sich die Wissenschaftler der University of Berkeley auf die Suche nach natürlichen Stoffen, die diesen Vorgang hemmen. Und tatsächlich stießen sie auf zwei Stoffe: Lupeol und Pristimin. Sie kommen in Mango, Aloe Vera und Trauben vor. Der Wirkstoff sei so wirkungsvoll, dass "zu keiner Zeit ein Embryo entstehen" könne, weil die Kraft der Spermien ohne den finalen Kick zu gering sei, so die Studienleiterin Polina Lishko.

Ein Verhütungsmittel für beide Geschlechter

Ein weiterer besonderer Vorteil der Wirkstoffe ist, dass sie sowohl beim Mann als auch bei der Frau wirken. Egal, welcher Partner das Verhütungsmittel nimmt, die Wirkung sei in beiden Fällen gegeben. Untersuchungen an Primaten sollen noch in diesem Jahr neue Erkenntnisse liefern und somit vielleicht schon in drei Jahren ermöglichen, dass das nebenwirkungsfreie und vollkommen pflanzliche Verhütungsmittel hergestellt werden kann – als Antibabypille, Vaginalring, Hautpflaster und sogar als "Pille danach". 

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Ein pflanzliches Präparat könnte vielen Paaren ohne Kinderwunsch schon bald die Verhütung erleichtern.

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07.06.2017 16:10
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