HIV-Schnelltest – Zu Hause selbst testen?

Montag, 03.02.2014

In den USA ist ein HIV-Schnelltest für die eigene Anwendung zu Hause bereits seit 2012 zugelassen. Deutschland sträubt sich weiterhin gegen den Test – denn er birgt gewisse Risiken.

Wer in Deutschland Gewissheit über seinen HIV-Status haben möchte, kann sich in Arztpraxen, bei den Gesundheitsämtern oder in den verschiedenen AIDS-Beratungsstellen testen lassen. Bislang dürfen der Deutschen AIDS-Hilfe zufolge hierzulande Schnelltest-Sets nur an medizinisches Fachpersonal oder entsprechend autorisierte Einrichtungen abgegeben werden. In anderen Ländern hingegen erhalten auch Privatleute die HIV-Schnelltests bereits seit geraumer Zeit. Über das Internet bestellen deshalb viele Deutsche die Heimtests im Ausland. Neben positiven Aspekten sehen Experten aber auch einige Gefahren, die ein HIV-Heimtest mit sich bringt.

Vorteile des HIV-Heimtests

Die Befürworter der HIV-Schnelltests für zu Hause argumentieren, dass sich dank der Heimtests mehr Menschen auf die Immunschwächekrankheit testen ließen. Denn immer noch kennen viele Menschen ihren HIV-Status vor allem deshalb nicht, weil es ihnen peinlich ist, für den Test einen Arzt aufzusuchen. Eine bestehende HIV-Infektion bleibt dann häufig unentdeckt – und führt im schlimmsten Fall dazu, dass sich weitere Personen anstecken. Die Deutsche AIDS-Hilfe weist jedoch darauf hin, dass es trotz einiger laufender Studien bislang keine eindeutigen Beweise dafür gebe, dass sich dank des HIV-Heimtests tatsächlich mehr Menschen auf das Immunschwächevirus testen lassen.

Risiken des HIV-Schnelltests

Experten zufolge bringen HIV-Schnelltests für zu Hause stattdessen einige Risiken mit sich. Das beginnt bereits bei der Durchführung der Tests. Alleine durch die laienhafte Anwendung ist das Risiko falscher Ergebnisse erhöht. Bei dem "Oraquick-Test", bei dem eine Speichelprobe Aufschluss über den HIV-Status gibt, blieben acht von 100 Infektionen bei der Selbstanwendung unentdeckt, bei professioneller Anwendung waren es immerhin noch zwei.

Doch nicht nur die Anwendung der HIV-Heimtests selbst sehen Experten als problematisch an – auch durch die fehlende Beratung bleiben gewisse Aspekte möglicherweise unberücksichtigt, beispielsweise, dass ein Bluttest frühestens drei Monate nach einem Risikokontakt eine Infektion sichtbar machen kann – im Speichel sogar noch etwas später. Und schließlich muss auch bedacht werden, dass ein positives Testergebnis eine starke psychische Belastung darstellen kann. Zu Hause fehlt dann erst einmal jegliche psychologische Unterstützung. Deshalb wird der HIV-Heimtest auch in naher Zukunft offenbar nicht in Deutschland erhältlich sein.

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03.02.2014 13:32
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