Herpes genitalis: Schon bei Schimpansen

Dienstag, 01.07.2014

Herpes genitalis gehört zu den wirklich unangenehmen Geschlechtskrankheiten, unter denen Frauen leiden können – oder Schimpansenweibchen. Denn der Virus ist älter als bisher gedacht.

Die Herpes-Simplex-Viren, die Herpes genitalis verursachen, werden fast immer durch sexuellen Kontakt von Mensch zu Mensch übertragen. Forscher haben nun aber herausgefunden, dass es die Viren schon gab, bevor die Menschen sich fortpflanzten – und damit bevor es den Homo sapiens gab.

Virus existierte vor dem Homo sapiens

Das heißt im Umkehrschluss, dass schon unsere Vorfahren an der Geschlechtskrankheit litten – nämlich vor mehr als sechs Millionen Jahren, als die Trennung zwischen Homo sapiens und Schimpansen noch nicht passiert war. "Wenn Sie unter dem Menschenbegriff nur den Homo sapiens an sich fassen, dann existierten beide Viren, bevor wir menschlich wurden", erklärt Joel O. Wertheim von der Universität von Kalifornien in San Diego in der "New York Times".

Mit "beiden Viren" meint der Virologe, der bei dem Forschungsprojekt federführend war, Herpes-Simplex-Viren des Typs 1 (HSV 1) und Herpes-Simplex-Viren des Typs 2 (HSV 2). Während Erstere vor allem Lippenherpes verursachen, wird Herpes genitalis durch HSV 2 ausgelöst.

Wie kam Herpes genitalis zum Menschen?

Was der Virologe und sein Team mit ihrem Forschungsprojekt herausfinden wollten, hat zwar nicht direkt etwas mit der Verbesserung der Behandlung der sexuell übertragbaren Krankheit zu tun, es trägt aber zum besseren Verständnis anderer Arten von Herpes bei. Im Grunde gingen sie der Frage nach, warum Menschen die einzigen Primaten sind, die sich mit beiden Simplex-Viren infizieren können. Dafür haben sich die Wissenschaftlicher die genetischen Informationen der HSV-1 und HSV-2-Arten angeschaut und diese mit den Simplex-Viren anderer Affenarten, die als Wirte dienen, verglichen. So konnten sie ziemlich genau festlegen, wann sich die beim Menschen vorkommenden Viren von den anderen abgetrennt haben.

Zu den Viren, die Herpes genitalis und Lippenherpes verursachen, gesellten sich in jüngster Zeit neue Arten, weshalb sich Mediziner fragen, wie Viren überhaupt ins menschliche Genom gelangen. Die in der Zeitschrift "Molecular Biology and Evolution" veröffentlichten Ergebnisse werden also vor allem für weitere Studien interessant sein.

Frau, Mädchen

Herpes genitalis ist eine Geschlechtskrankheit, die weit länger existiert, als man bisher annahm - fanden Forscher jetzt heraus.

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