Hatte PMS einen biologischen Sinn?

Samstag, 13.09.2014 Felicia Huber

Ein Evolutionsforscher der Macquarie University in Australien hat im Fachjournal Evolutionary Applications eine Theorie veröffentlicht, inwiefern PMS früher eine biologische Bedeutung gehabt haben könnte.

Das prämenstruelle Syndrom, bekannt auch als PMS, ist eine unangenehme Angelegenheit für einige Frauen. Stimmungsschwankungen, Kopf- und Unterleibsschmerzen sind nur einige Symptome von PMS. Der biologische Grund, warum es das Syndrom gibt, ist bisher unklar, doch der Evolutionsforscher Michael Gillings von der Maquaier University in Australien und sein Forscher-Team äußern sich nun mit einer neuen Theorie.

Der Zyklus der Frauen: Heute und Früher

Da PMS bei bis zu 80 Prozent der Frauen auftrete, vermuten die Wissenschaftler einen evolutionären Vorteil durch PMS. Früher sei die Menstruation bei Frauen nicht so häufig und regelmäßig eingetreten, wie es bei der modernen Frau der Fall sei. „Studien mit Hinblick auf Stammesmitglieder, die auch heute noch den Lebensstil der Jäger und Sammler pflegen, zeigen, dass Frauen durchschnittlich lediglich zwei Menstruationszyklen im Jahr haben und nur etwa 100 in ihrem ganzen Leben“, so steht es im Artikel. Eine moderne Frau hingegen habe über 400 Zyklen in ihrem Leben. Dafür sei es öfter vorgekommen, dass Frauen damals mehrmals hintereinander schwanger wurden und sie so oftmals über einen langen Zeitraum gar keine Periode gehabt hätten.

PMS als Fortpflanzungs-Hilfe

Die Theorie besagt, dass PMS vor allem aus Selektionsgründen entstanden sein könnte. Die Forscher schlussfolgerten, dass PMS dann von Vorteil gewesen sei, wenn die Frau mit einem unfruchtbaren Partner zusammen war. Aufgrund der Unfruchtbarkeit wurde die Frau nicht schwanger und habe somit häufiger menstruiert als Frauen, die häufig hintereinander schwanger wurden. Die PMS-Symptome, welche sich auch häufig in Aggressionen äußerten, könnten eine Trennung vom nicht vermehrungsfähigen Mann einfacher gemacht haben. Folglich hätte sich die Frau einen neuen, fruchtbaren Partner suchen können, um sich effektiver zu vermehren, so die Theorie. Heute sei PMS ein Überbleibsel aus alten Tagen und könne nur noch in der Theorie der Fortpflanzungssicherung dienen.

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Entstand PMS um die Fortpflanzungsmöglichkeiten zu erhöhen?

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