Gründe für eine Scheidung – Ist Pendeln schuld?

Dienstag, 07.01.2014

Berufliches Pendeln gehört für viele Menschen zum Alltag dazu. Das tägliche Hin und Her kann das Risiko einer Scheidung erhöhen, da es die Beziehung sehr belastet.

Einer der Gründe, warum Menschen zwischen ihrem Wohnort und dem Arbeitsplatz hin- und herpendeln, ist das Zugeständnis, das sie dem Partner machen. Statt am Wochenende eine Fernbeziehung zu führen, entscheiden sie sich dann lieber für einen täglichen langen Arbeitsweg. Doch eine Studie ergab, dass das Pendeln selbst wiederum zu den Ursachen einer Scheidung gehört.

Pendeln belastet Beziehungen

Wie die Nachrichtenagentur "Pressetext" berichtet, untersuchen Wissenschaftler vom Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (BIB), was genau berufliche Mobilität ausmacht und welchen Einfluss sie auf das soziale Leben hat.

"Die häufigste Form der berufsbedingten Mobilität ist das Fernpendeln", erklärte die Soziologin Silvia Ruppenthal im "Pressetext"-Interview. Zu den Fernpendlern werden Menschen gezählt, die pro Woche an mindestens drei Tagen zwei Stunden für den Hin- und Rückweg zur Arbeit benötigen. Etwa sieben Prozent der deutschen Arbeitnehmer gehören dieser Gruppe an.

Scheidung bei Pendlern deutlich häufiger

Weil durch das Pendeln wertvolle Zeit verlorengeht, die dann für private Unternehmungen oder Zweisamkeit mit dem Partner fehlt, ist die Rate der Scheidungen bei Pendlern deutlich erhöht. Die schwedische Sozialgeografin Erika Sandow von der Universität Umea kam bei der Auswertung der Daten von rund zwei Millionen Schweden zu dem Ergebnis, dass bei Fernpendlern das Scheidungsrisiko um 40 Prozent erhöht ist.

Wie sehr die Beziehung durch das Pendeln belastet wird, hängt unter anderem davon ab, wie die Aufgabenverteilung bei Paaren aussieht, bei denen ein Partner pendelt. Offenbar gibt es dabei ein Ungleichgewicht bei den Geschlechtern. "Pendelt nur der Mann, entlastet ihn die Frau in häuslichen Belangen häufig völlig. Bei Mobilität der Frau einigen sich die Paare eher auf ein Modell, in dem beide zu gleichen Teilen Kinderbetreuung und Hausarbeit leisten", resümiert Sandow ihre Beobachtungen.

Damit die Pendelei nicht zur verlorenen Zeit wird, sollte sie gezielt genutzt werden. Ob Sie währenddessen schon einige wichtige Dinge erledigen oder sich entspannen, ist egal – aber wenn Sie die Zeit des Pendelns sinnvoll nutzen, haben Sie zuhause mehr Zeit für Ihren Partner. Das kommt auch Ihrer Beziehung zugute.

Endgültige Trennung oder zweite Chance? Wenn ein Paar den Schlussstrich gezogen hat, hilft es, die ganze Beziehung erst einmal zu überdenken.

Untreue, Zeitmangel, Geldsorgen... Gründe für eine Trennung gibt es viele. Ob der Schlussstrich tatsächlich endgültig ist oder nicht, das zeigt sich aber oft erst nach einer Weile.

 

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07.01.2014 16:03
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