Gründe für eine Affäre – Verliebtheit ist schuld

Donnerstag, 09.01.2014

Warum gehen Menschen Affären ein – auch wenn sie in einer festen Beziehung leben? Eine mögliche Erklärung ist, dass sie sich neu verlieben. Verliebtheit führt zu irrationalem Verhalten.

Viele Menschen haben schon maleine Affäre gehabt, obwohl sie in einer festen Beziehung leben. Häufig setzen sie sogar langjährige Partnerschaften dafür aufs Spiel. Schuld daran könnten verschiedene Prozesse im Gehirn sein, wie Neurologen des University Colleges in London herausfanden. Denn den Forschern zufolge kommt es im Zustand der Verliebtheit nicht nur zur Aktivierung einiger Hirnregionen, sondern ebenfalls zu einer Deaktivierung eines bestimmten Teils des Gehirns, dem sogenannten Frontal-Kortex.

Urteilsfähigkeit eingeschränkt

"Im Normalfall wird durch das Ausschalten dieser Hirnregion sowie durch die erhöhte Produktion verschiedener Botenstoffe und Hormone ein irrationaler Ausnahmezustand erreicht", erklärt Sexualtherapeut Johannes Wahala im Interview mit der Nachrichtenagentur "Pressetext". Der frontale Kortex ist üblicherweise auch für die Urteilsfähigkeit zuständig. Im Zustand der Verliebtheit hingegen, wenn der frontale Kortex deaktiviert ist, ist auch das Urteilsvermögen ausgeschaltet. Das führt dazu, dass sich der Verliebte zu der Person, der seine Gefühle gelten, überaus stark hingezogen fühlt und dass Zweifel oder eine kritische Betrachtung der Situation gar nicht erst aufkommen. Schnell stürzen sich in diesem Zustand auch Menschen, die eigentlich in einer glücklichen Beziehung leben, kopflos in eine Affäre hinein.

Harmlose Affäre oder Stalking

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Vor allem bei Menschen, die zu psychischen Problemen neigen, kann die Verliebtheit  aber auch ausufern. "Bei Menschen mit einer gewissen Neigung zu Störungen kann dieser Zustand jedoch außer Kontrolle geraten und bei unerwiderter Liebe zu grenzüberschreitenden Schritten führen", so Wahala. Sei eine Person in Bezug auf Beziehungen ohnehin schon verunsichert oder leide sie beispielsweise unter einer unbefriedigten Sexualität, so könne das Verliebtsein dem Therapeuten zufolge statt zu einer Affäre auch zu Stalking führen.

Welchen Einfluss der Zustand der Verliebtheit aber tatsächlich auf einen Menschen hat, hinge davon ab, wie ein Mensch grundsätzlich mit seinen Gefühlen umgehe. "Diese Lage hängt damit zusammen, ob ein Mensch grundsätzlich dazu neigt, sich seinen Gefühlen hinzugeben, quasi haltlos hinein zu stürzen, oder ob er gelernt hat, damit auch reflektiert umzugehen", erklärt der Experte.

Geschmäcker sind verschieden. Auch in Sachen Sex. Gehen Sie daher aufeinander ein und hören Sie zu, was der andere sagt.

Geschmäcker sind verschieden: Sprechen Sie mit Ihrem Partner offen darüber, wie Sie sich Ihr Liebesleben vorstellen.

 

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