Gewalt in "Shades of Grey" zu hart? Kritik von BDSM

Dienstag, 02.09.2014

Dass Dominanz und Unterwerfung im Bett Spaß bringen können, soll "Shades of Grey" nächstes Jahr auch im Kino zeigen. Doch BDSM-Anhänger kritisieren, das Buch erzähle nur von Gewalt.

Seit es die "Shades of Grey"-Trilogie gibt, verkaufte sich nicht nur das Buch selbst millionenfach. Auch Sexspielzeuge, die an die erotische Beziehung zwischen dem millionenschweren Unternehmer "Christian Grey" und der unscheinbaren Studentin "Anastasia" erinnern, sind ein Verkaufsschlager. Fast scheint es, als sei BDSM – also das Spiel mit Macht, Dominanz und Unterwerfung – inzwischen kein Tabuthema mehr. Doch Anhänger dieser sexuellen Spielart äußern teils harsche Kritik an dem Bestseller von E. L. James. "Shades of Grey" würde keine lustvollen Praktiken, sondern vor allem Gewalt thematisieren, so ihr Vorwurf.

"Safe Word" wird ignoriert

Was ihnen laut dem österreichischen Magazin "Woman" fehlt: Sicherheit, Wohlfühlatmosphäre und das Einverständnis beider Partner. All das stehe bei sadomasochistischen Spielen an erster Stelle. In "Shades of Grey" erwähne Autorin E. L. James davon aber kaum etwas. Die sexuell völlig unerfahrene "Anastasia" werde von "Christian" unter Druck gesetzt und manipuliert. Ihr Mitmachen als freiwillig zu bezeichnen, sei dezent übertrieben. Und die Experten gehen noch weiter. Weil die Hauptfigur in gewissen Szenen des heiß diskutierten Buchs alkoholisiert sei, könne man gar von einer Vergewaltigung sprechen.

Ebenfalls in der Kritik steht eine Szene, in der "Anastasia" sich wehrt und das vorab abgesprochene "Safe Word" benutzt – "Christian" aber lässt sich nicht abbringen und macht trotzdem weiter, gegen ihren ausdrücklichen Willen. Das sei der ultimative Vertrauensbruch bei BDSM. Außerdem werde "Anastasias" Leben von Furcht bestimmt, weil sie sich ständig verstellt, Gefühle und sogar bestimmte Dinge vor Christian versteckt – aus Angst, er könnte wütend oder eifersüchtig werden. Das Ganze geht sogar so weit, dass sie um ihr Leben fürchtet.

Hat "Shades of Grey" die Gesellschaft toleranter gemacht?

Auch wenn der Plot von "Shades of Grey" BDSM-Elemente wie spielerische Bestrafung oder lustvolle Schmerzen hier und da vielleicht nicht ganz korrekt wiedergibt, hat der Erotikroman dennoch dazu beigetragen, dass die Gesellschaft sich mit diesem Tabu-Thema auseinandersetzt.

Hier geht's zum Google Plus Profil von Liebe & Lust Google+

Weitere Artikel

article
39144
Gewalt in "Shades of Grey" zu hart? Kritik von BDSM
Gewalt in "Shades of Grey" zu hart? Kritik von BDSM
Dass Dominanz und Unterwerfung im Bett Spaß bringen können, soll "Shades of Grey" nächstes Jahr auch im Kino zeigen. Doch BDSM-Anhänger kri...
http://www.fem.com/liebe-lust/news/gewalt-in-shades-of-grey-zu-hart-kritik-von-bdsm
02.09.2014 14:30
http://www.fem.com
Liebe & Lust

Kommentare