Geschlechtskrankheiten – Infektionen nehmen zu

Montag, 02.12.2013

In den letzten Jahren haben Geschlechtskrankheiten in Deutschland wieder zugenommen. Experten zufolge könnten die aktuell diskutierten Restriktionen für Prostituierte die Lage noch verschärfen.

Geschlechtskrankheiten sind in ganz Europa wieder auf dem Vormarsch. Alleine in Deutschland infizieren sich jährlich rund 100.000 Menschen mit Chlamydien, hinzukommen etwa 80.000 Infektionen mit dem humanen Papillomvirus (HPV). Zudem wurden im Jahr 2012 auch 4.410 Syphilis-Erkrankungen registriert. Damit sind die Fallzahlen in nur einem Jahr um 19 Prozent gestiegen. Am häufigsten wird Syphilis durch sexuelle Kontakte zwischen Männern übertragen – 80 Prozent der Infektionen finden auf diesem Wege statt.

Restriktionen für die Prostitution wenig sinnvoll

Aber auch beim Sex mit Prostituierten wird die Geschlechtskrankheit weitergegeben. Deshalb mag es zunächst widersinnig klingen, wenn Norbert Brockmeyer, Präsident der Deutschen Gesellschaft für sexuell übertragbare Krankheiten (DSTIG) behauptet, dass die aktuell diskutierten Restriktionen für die Prostitution die Ausbreitung von Geschlechtskrankheiten sogar noch erhöhen könnten. Doch Brockmeyer erinnert an die Probleme, die sich schon bei dem Versuch der Eindämmung von HIV gezeigt hatten: "Wenn wir von unserem Vorgehen bei der HIV-Infektion lernen wollen, dann sehen wir, dass alle Staaten, die versucht haben, über Zwangsmaßnahmen die HIV-Epidemiologie einzudämmen, dramatische Zuwächse an Infektionen hatten." Dies sollte auch beim Umgang mit Geschlechtskrankheiten berücksichtigt werden. "Alles, was gegen Liberalisierung im Bereich der Prostitution arbeitet, wird die Situation deutlich verschlechtern. Damit schicken sie die Leute in den Untergrund", so Brockmeyer.

Über Geschlechtskrankheiten aufklären

Aktuell wird darüber debattiert, ob Prostitution in Deutschland Restriktionen benötigt. Frauenrechtlerin Alice Schwarzer fordert mit ihrem "Appell gegen Prostitution" eine Änderung des Prostitutionsgesetzes, das freiwillige Prostitution seit dem Jahr 2002 als Dienstleistung einstuft. Weil Deutschland zur "europäischen Drehscheibe für Frauenhandel und zum Paradies der Sextouristen aus den Nachbarländern" geworden sei, setzt sich Schwarzer auf lange Sicht gesehen für eine Abschaffung von Prostitution ein. Die Ausbreitung von Geschlechtskrankheiten könne Brockmeyer zufolge jedoch dadurch nicht eingedämmt werden. Stattdessen sei Aufklärungsarbeit wichtig. "Es sind immer die sexuelle Aktivität und das Fehlen von Schutzmaßnahmen, beispielsweise des Kondoms, die das Infektionsrisiko steigen lassen", so Brockmeyer.

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