Geschichte des Vibrators – Es brummte einmal...

Montag, 18.11.2013

Der Vibrator wurde bereits im 19. Jahrhundert erfunden. Damals diente er jedoch nicht als Lustmacher, sondern als Heilmittel. Erfahren Sie hier mehr über die Geschichte des Vibrators.

Bereits Kleopatra soll eine Art Vibrator besessen haben – einen Papyrusbeutel, der mit brummenden Bienen gefüllt war, und mit dessen Vibrationen sie ihre Klitoris stimulieren konnte. Der elektromechanische Vibrator, wie wir ihn kennen, ist jedoch eine Erfindung des 19. Jahrhunderts.


Vibrator als Mittel gegen "weibliche Hysterie"

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Unverständliche Verhaltensweisen von Frauen wurden im 19. Jahrhundert gern auf "Hysterie" zurückgeführt. Darunter glaubte man eine Erkrankung der Gebärmutter zu verstehen, aufgrund derer Frauen den Verstand verloren. Als Therapie wurde das Verheiraten vorgeschlagen – sofern die Frau jung und unverheiratet war – oder das Herbeiführen einer "Krise", sprich, eines Orgasmus. Dafür bediente man sich einer Massage des Genitalbereichs unter ärztlicher Aufsicht.
Um den Ärzten die Arbeit zu erleichtern, erfand der amerikanische Mediziner George Taylor 1869 den "Manipulator", einen Tisch, auf den sich die Patientin legte, während sie durch einen dampfbetriebenen Stab massiert wurde. Der dadurch verursachte Orgasmus soll die "hysterischen" Frauen beruhig haben. 1883 wurde der große und unhandliche "Manipulator" von Joseph Mortimor Granville zum handlichen "Percuteur" weiterentwickelt – der erste batteriebetriebene Vibrator.
Vom Heilmittel zum Lustspielzeug
Auf der Pariser Weltausstellung von 1900 wurden bereits Dutzende Vibrator-Modelle vorgeführt –doch auch damals wurde der Freudenspender noch als medizinisches Geräte klassifiziert. Auch Zeitungen und Frauenzeitschriften bewarben Vibratoren als Heilmittel und gesundes Massagegerät. Bis in die 1950er tarnte sich der Vibrator, der zu dieser Zeit meist aus Glas oder Holz bestand, als Gerät zur Massage, zur Hautpflege oder zur Regulierung der Menstruation.
Mit der sexuellen Revolution und der Emanzipationsbewegung brauchte die Funktion des Vibrators nach den 1960ern nicht mehr verschleiert zu werden. Laut einer österreichischen Studie von 2008 besitzt mittlerweile jede fünfte Deutsche und jede dritte Österreicherin einen Vibrator. Auch der technische Fortschritt war der Entwicklung des Vibrators förderlich. Kunststoff und Latex erlaubten die verschiedensten Gestaltungsmöglichkeiten. Seit den 1990ern hat auch medizinisches Silikon als Material für Vibratoren an Beliebtheit gewonnen, da es hautfreundlich, antiallergen und geruchsneutral ist.

Erotische Leidenschaften der Frau können oft auch mit Hilfe von Sexspielzeug hervorgerufen werden.

Das richtige Gleitmittel kann den Einsatz von Sextoys wesentlich erleichtern.

 

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