Erzieherin wegen Drehs von Erotikfilmen gekündigt

Mittwoch, 29.10.2014 Feven Berhane

Eine bayerische Erzieherin verlor jüngst nach 15 Jahren ihre Stelle in einer Diakonie, da sie in ihrer Freizeit Erotikfilme drehte. Nun zog sie vor Gericht, da sie die fristlose Kündigung als unzulässig empfindet.

Weil sie nach Dienstschluss Erotikfilme drehte, wurde einer Erzieherin (38) aus dem mittelfränkischen Oettingen laut der Online-Ausgabe der Süddeutschen Zeitung (SZ) kürzlich die Arbeitsstelle in einer Diakonie gekündigt. Aus Sicht der Betroffenen bestehe für die Beendigung dieses Arbeitsverhältnisses allerdings kein Grund, da sie ihre Anstellung in der Diakonie durch ihr Hobby nie gefährdet habe.

Erotikfilme kein fristloser Kündigungsgrund?

Die Frau sei bereits seit 15 Jahren bei der Diakonie tätig gewesen und habe dort mit behinderten Erwachsenen gearbeitet, berichtet die SZ online. Parallel sei sie in die Rolle ihres Alter Egos „Julia Pink“ geschlüpft und habe Erotikfilme gedreht. Diese habe die Erzieherin anschließend ins Internet gestellt, so süddeutsche.de. Nachdem ihr Arbeitgeber davon erfahren habe, sei die Frau fristlos entlassen worden. Die Erzieherin sehe diese fristlose Kündigung allerdings als rechtswidrig an: „Ich habe 15 Jahre bei der Diakonie als Erzieherin gearbeitet und es gab nie Probleme. (…) Die Pornos habe ich in meiner Freizeit gedreht. Also nach Dienstschluss. Und ich finde: Das ist mein gutes Recht! Deshalb werde ich in Berufung gehen“, zitiert sie süddeutsche.de.

Erotikfilme mit Kirche nicht vereinbar

Die christliche Einrichtung habe sich nicht im Stande gesehen, die Hobbys von Julia Pink mit dem Leitbild der christlichen Einrichtung zu vereinbaren, schreibt die Zeitung. Die katholische Erzieherin selbst bezeichne sich allerdings als gläubige Christin: „ Hin und wieder gehe ich sogar in die Kirche. Trotzdem besuche ich Swinger-Clubs und drehe Pornos. Na und? Für mich besteht da kein Widerspruch“, führt die Tageszeitung Julia Pink an. Sie sehe für eine Entscheidung zwischen christlichen Werten und Erotikfilmen keinerlei Anlass: „Millionen Menschen schauen Pornos in Deutschland und diejenigen, die Pornos drehen, auf die zeigt man dann mit dem Finger. Das sind dann die Bösen. Was sollen das für Werte sein“, fragt sie.

Mit ihrem Gang vor Gericht konnte die Erzieherin bislang nur einen Teilerfolg erzielen: Laut Urteil dürfe ihr die Diakonie nicht fristlos kündigen – fristgerecht hingegen schon. Für Julia Pink offenbar kein zufriedenstellender Erfolg. Im Interview mit der SZ kündigte sie an, in Berufung gehen zu wollen.

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Eine Erzieherin verklagt nun ihren ehemaligen Arbeitgeber. Dieser kündigte ihr, weil sie in ihrer Freizeit Erotikfilme drehte.

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Eine bayerische Erzieherin verlor jüngst nach 15 Jahren ihre Stelle in einer Diakonie, da sie in ihrer Freizeit Erotikfilme drehte. Nun zog sie vor G...
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29.10.2014 16:30
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