Erste Vagina aus dem Labor verpflanzt – Hoffnung für MRKH-Opfer

Montag, 28.04.2014

Wissenschaftler aus den USA haben erfolgreich vier im Labor gezüchtete Vaginas transplantiert. Die jungen Patientinnen mit dem MRKH-Syndrom haben ein ganz neues Leben begonnen.

Frauen, die am sogenannten MRKH-Syndrom leiden, werden ohne Vagina geboren. Für diese Patientinnen gibt es nun ganz neue Hoffnung: Ärzten in den USA ist es gelungen, vier Vaginas im Labor zu züchten und sie erfolgreich zu transplantieren. Einige der Teilnehmerinnen dieser Pilotstudie leben bereits seit mehr als acht Jahren mit diesem herangezüchteten Organ – und können sich offenbar nicht beklagen.

Pilotstudie: Eine Vagina aus dem Labor

RTEmagicC_Vaginalring_photcase_TB_03.jpg.jpg

Dr. Anthony Atala und seine Kollegen vom Wake Forest Baptist Medical Center's Institute for Regenerative Medicine berichten laut der "Daily Mail" im Fachjournal "The Lancet" über die Ergebnisse ihrer Forschungsarbeit. Vier Mädchen im Alter zwischen 13 und 18 Jahren, die alle ohne Vagina geboren wurden, hatten an der Studie teilgenommen. Ihnen wurden im Rahmen einer Biopsie Muskel- und Epithelzellen aus dem Genitalbereich entnommen und anschließend im Labor auf sogenanntem biologisch abbaubarem Werkstoff gezüchtet. Das Gewebe, das auf diese Weise entstand, wurde schließlich von Hand in die Form einer Vagina gebracht und individuell für jede Patientin angepasst.

Die Transplantationen fanden bereits in den Jahren zwischen 2005 und 2008 statt. Seitdem haben die Wissenschaftler die vier jungen Frauen begleitet. Inzwischen, gut acht Jahre später, sei kaum noch ein Unterschied zwischen dem natürlichen und dem im Labor gezüchteten Gewebe zu erkennen, erklären die US-Forscher. Und auch funktionell erfüllen die transplantierten Vaginas offenbar alle Ansprüche: Aus Fragebögen, die die Patientinnen ausgefüllt hatten, ging hervor, dass sie ein normales Lustempfinden und völlig schmerzfreien Geschlechtsverkehr erfahren.

Große Hoffnung auch für andere Patientinnen

Die positiven Ergebnisse dieser Studie könnten laut Dr. Atala auch für andere Gebiete der Medizin sehr nützlich sein: "Diese Pilotstudie ist die erste, die beweist, dass eine Vagina im Labor gezüchtet und anschließend erfolgreich in den menschlichen Organismus verpflanzt werden kann. Das könnte eine neue Möglichkeit für die plastische Chirurgie im Vaginalbereich sein." Außerdem sei diese Behandlungsvariante von MRKH wesentlich risikoärmer als bisherige Methoden, bei denen mit einer Wahrscheinlichkeit von bis zu 75 Prozent Komplikationen auftreten könnten.

Es gibt kurzfristige als auch langfristige Verhütungsmittel – der Vaginalring gehört zu den langfristigen und hormonellen Verhütungsmitteln.

Eine Schwangerschaft kann durch eine Vielzahl von Verhütungsmitteln verhindert werden: von der Pille über den Vaginalring bis hin zum Kondom.

 

Weitere Artikel

article
37757
Erste Vagina aus dem Labor verpflanzt
Hoffnung für MRKH-Opfer
Wissenschaftler aus den USA haben erfolgreich vier im Labor gezüchtete Vaginas transplantiert. Die jungen Patientinnen mit dem MRKH-Syndrom haben ein...
http://www.fem.com/liebe-lust/news/erste-vagina-aus-dem-labor-verpflanzt-hoffnung-fuer-mrkh-opfer
28.04.2014 16:47
http://www.fem.com/var/fem/storage/images/additional-import/liebe-lust/articles/erste-vagina-aus-dem-labor-verpflanzt-hoffnung-fuer-mrkh-opfer/551834-1-ger-DE/erste-vagina-aus-dem-labor-verpflanzt-hoffnung-fuer-mrkh-opfer_contentgrid.jpg
Liebe & Lust

Kommentare