Elektronischer Ersatz für Spirale, Pille und Co.

Freitag, 22.08.2014 Felicia Huber

16 Jahre lang soll ein neuer,  vielversprechender Verhütungschip eine Schwangerschaft verhindern. Damit überholt der Chip Spirale und Verhütungsstäbchen in ihrer maximalen Verhütungsdauer.

Der Chip sei ursprünglich für die Behandlung von Knochenschwund-Patienten entwickelt worden, so die Nachrichten-Seite spiegel.de. Zu diesem Zweck sei er  an acht Frauen getestet worden, die über den Chip ein Osteoporose-Medikament verabreicht bekommen hätten. Der Test sei bei sieben von den acht Patientinnen positiv verlaufen. Nun solle der Chip auch für die Verhütung eingesetzt werden, berichtet das Nachrichten-Portal weiter.

Genauer als Hormon-Spiralen und Verhütungsstäbchen

Wie bei Hormon-Spirale, Pille und Verhütungsstäbchen funktioniere der Chip ebenfalls auf Basis des Hormons Progestin. Vorteil gegenüber anderen Verhütungsmitteln: Der Chip gebe monatlich immer zu genau definierten Zeitpunkten die exakt gleiche Menge Hormone an den Körper ab. "Ein kleiner Computer und eine Uhr auf dem Chip sorgen dafür, dass genau zur richtigen Zeit jeden Monat immer die gleiche Progestin-Menge abgegeben wird", erklärt Robert Farra von der Firma MicroChips, die das Implantat entwickelt, gegenüber spiegel.de. Die exakte Dosierung solle dafür sorgen, dass Nebenwirkungen, die zum Beispiel bei Hormon-Spiralen auftreten könnten, minimiert werden oder gar völlig ausbleiben. Gesteuert und ausgeschaltet werden könne das Implantat mit einer Fernbedienung. Sollte sich eine Frau also dazu entscheiden, wieder fruchtbar werden zu wollen, könnte sie die Hormonzufuhr kurzfristig einfach stoppen.

Gefahren des Hormonchips

Bedenken äußert die amerikanische Arzneimittelzulassungsbehörde (FDA), wenn es um die Datensicherheit des Chips geht. Das Funksignal, mit dem Chip und Fernbedienung kommunizieren, sei noch nicht verschlüsselt. "Jemand könnte das Implantat also auch ohne Fernbedienung ein oder abschalten", sagt Thomas Rabe, Präsident der deutschen Gesellschaft für gynäkologische Endokrinologie und Fortpflanzungsmedizin (DGGEF). Aus diesem Grund wolle die FDA Tests an Patienten erst nach der Verschlüsselung des Signals zulassen. Dies solle 2016 gewährleistet sein, wenn die Chips das erste Mal getestet werden sollen. Nach erfolgreichem Test solle der Chip dann 2018 auf den Markt kommen. In der Zwischenzeit muss sich die Frauenwelt also noch auf Pille, Spirale und Co. verlassen.

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Ein Chip könnte bald Pille, Spiral und Verhütungsstäbchen ablösen.

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