Eindämmung von Chlamydien: Kann Meldepflicht helfen?

Montag, 13.10.2014

Dass Chlamydien weitverbreitet sind, liegt unter anderem daran, dass viele Menschen unbemerkt infiziert sind. Eine Meldepflicht könnte dabei helfen, das Ausmaß der Krankheit zu ermitteln.

Chlamydien sind wieder auf dem Vormarsch. Wie viele Menschen tatsächlich an der Geschlechtskrankheit leiden, ist unbekannt und kann lediglich geschätzt werden. Weil eine Infektion häufig unbemerkt abläuft, wissen viele Betroffene nicht, dass auch sie die Bakterien in sich tragen – und infizieren so weitere Menschen. Bislang müssen Chlamydien nicht beim Gesundheitsamt gemeldet werden. Um einen besseren Überblick über die Krankheitslage in Deutschland zu bekommen, sprechen sich Experten jedoch für eine Meldepflicht aus.

Wie viele Deutsche sind mit Chlamydien infiziert?

Wie "n-tv.de" berichtet, sagte etwa Dr. Viviane Bremer von der Abteilung für Infektionsepidemiologie des Berliner Robert-Koch-Instituts (RKI) gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (FAS): "Wir brauchen bundesweite Daten zur Infektion sowie zu den Resistenzen. Wir müssen einen Überblick über die Situation in Deutschland bekommen, und wir sind im Gespräch mit dem Bundesministerium für Gesundheit."

Chlamydien: Häufigste Geschlechtskrankheit

Mit geschätzten 100.000 Fällen pro Jahr stellen Chlamydien die häufigste sexuell übertragbare Krankheit dar. Während die Geschlechtskrankheit zu Beginn der Infektion noch leicht mit Antibiotika behandelt werden kann, können im weiteren Krankheitsverlauf schwere Komplikationen wie etwa Unfruchtbarkeit auftreten. Wie der Präsident der Deutschen Gesellschaft zur Förderung der Sexuellen Gesundheit (DSTIG), Prof. Dr. Norbert Brockmeyer, im Interview mit "t-online" erzählte, besagen aktuelle Schätzungen, dass eine Infektion mit Chlamydien bei einem Prozent der betroffenen Frauen zu Unfruchtbarkeit führt. Weitere Vermutungen gehen davon aus, dass rund zehn Prozent der mit Chlamydien infizierten Frauen keine Kinder gebären können, weil es zu Problemen während der Schwangerschaft kommt. Auch bei Männern kann eine Infektion zu Unfruchtbarkeit führen.

Eine Ansteckung mit Chlamydien bleibt häufig unbemerkt, weil sie in vielen Fällen ohne Symptome verläuft. Den besten Schutz vor einer Infektion bieten immer noch Kondome. Und diese werden offenbar auch vermehrt verwendet, wie Prof. Dr. Norbert Brockmeyer gegenüber "n-tv.de" erklärte. Dies belegen die Verkaufszahlen des Verhütungsmittels eindeutig. Allerdings berge die Offenheit gegenüber verschiedenen Sexpraktiken wie Oral- und Analverkehr sowie die Verwendung von Sexspielzeug weitere Infektionsrisiken. Die Meldepflicht für die Geschlechtskrankheit sowie eine bessere Aufklärung könnten aber dazu beitragen, Chlamydien besser einzudämmen.

Hier geht's zum Google Plus Profil von Liebe & Lust Google+

istock-frauenkoerper-bauch6

Männer, sowie Frauen können mit Chlamydien infiziert sein. Diese Geschlechtskrankheit bringt mehr Gefahren mit sich, als Sie eventuell wussten. Deshalb lohnt sich ein regelmäßiger Gang zum Arzt!

Weitere Artikel

article
39072
Eindämmung von Chlamydien: Kann Meldepflicht helfen?
Eindämmung von Chlamydien: Kann Meldepflicht helfen?
Dass Chlamydien weitverbreitet sind, liegt unter anderem daran, dass viele Menschen unbemerkt infiziert sind. Eine Meldepflicht könnte dabei helfen,...
http://www.fem.com/liebe-lust/news/eindaemmung-von-chlamydien-kann-meldepflicht-helfen
13.10.2014 17:00
http://www.fem.com/var/fem/storage/images/media/images/news-bilder/istock-frauenkoerper-bauch6/576572-1-ger-DE/istock-frauenkoerper-bauch6_contentgrid.jpg
Liebe & Lust

Kommentare