Ein Museum für die Vagina

Sonntag, 13.07.2014

Weil in der Gesellschaft die Vagina und der Umgang mit dem weiblichen Geschlechtsteil immer noch tabubehaftet ist, hat eine österreichische Künstlerin ein Vagina-Museum eröffnet.

Die Vagina – nicht nur für viele Männer, sondern auch für die meisten Frauen immer noch ein Mysterium. Und das, obwohl wir in einer angeblich so offenen und toleranten Gesellschaft leben. Eine Künstlerin namens Kerstin Rajnar fühlte sich dadurch angespornt, die Vulva in den öffentlichen Diskurs zu bringen und Menschen die Scheu davor zu nehmen. Sie eröffnete das weltweit erste – wohlgemerkt virtuelle – Vagina-Museum.

Die Vagina: 17 Mal anders interpretiert

"Meine gefällt mir gut. Sie gehört zur Persönlichkeit", sagt die Initiatorin des Vagina-Museums über ihren eigenen Intimbereich im Interview mit dem Jugendmagazin "jetzt.de". Mitte Juni hat die Ausstellung eröffnet, in der 17 verschiedene Künstler das so fremde wie faszinierende Objekt interpretiert haben. In ein paar Jahren soll das Projekt eine große, informative Plattform sein. "Ich möchte Sektionen über Gesundheitsthemen und das tägliche Leben eröffnen", so Rajnar.

So hat die deutsche Künstlerin Grit Scholz einen virtuellen Bildband über "Das Tor ins Leben" beigesteuert, Mattia Biagi aus den USA ein bronzenes Amulett mit dem Titel "V Charm". Die Künstler gingen jeweils sehr unterschiedlich an das Thema heran, zeigen aber allesamt das Gleiche: Keiner muss vor der Vagina Angst haben, schon gar nicht vor der eigenen, denn sie ist etwas sehr Schönes, das es zu entdecken gilt.

Kann eine Befreiung folgen?

Zudem hat die Ausstellung ein kunsthistorisches Archiv, in dem fast 100 Kunstwerke einen geschichtlichen Blick auf die Vagina werfen, von der Altsteinzeit bis zur Gegenwartskunst. Eine echte Vagina ist in der Ausstellung nicht enthalten – trotzdem musste sich Kerstin Rajnar im Vorfeld der Eröffnung einiges anhören: "Mich enttäuscht, dass viele Leute negativ reagieren. Besonders wenn sie hören, dass die österreichische Regierung das Museum unterstützt. Was ich mir schon alles anhören musste: Pornoseite, Fotzentempel, dubioses, beklopptes Projekt."

Auch würde das weibliche Geschlechtsteil immer noch als etwas Pornografisches gesehen. Studien würden zeigen, dass es nach wie vor Frauen gebe, die ihre Vagina noch nicht gesehen hätten. "Das Museum soll den freien Umgang fördern", hofft die Künstlerin, wie sie im Gespräch sagt.

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Ein Vagina-Museum in Österreich sorgt für Aufsehen. 17 verschieden Künstler haben ihre Version des weiblichen Geschlechtsteils beigesteuert.

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13.07.2014 18:00
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