Dildo aus dem 3D-Drucker: Droht Infektionsgefahr?

Freitag, 10.10.2014

Ein selbstgemachter Dildo aus dem 3D-Drucker könnte doch mehr Gefahren bergen, als bisher angenommen. Experten warnen jetzt vor Bakterien, die sich im Material ansammeln könnten.

Ob Dildo oder Analplug – die neue 3D-Drucker-Technik bietet schier unendliche Möglichkeiten, Sexspielzeug selbst zu gestalten. Immer mehr Webseiten bieten Blaupausen an, die man sich umsonst oder für eine geringe Gebühr herunterladen kann, um sich so einen eigenen Dildo zu drucken. Auf "dildo-generator.com" kann man die Form und Farbe seines Sextoys sogar ganz individuell bestimmen, bevor man die Pläne herunterlädt und an den nächsten 3D-Drucker schickt. Klingt das alles zu schön, um wahr zu sein?

Unhygienisches Schichtverfahren

Beim 3D-Drucker scheint es sich wohl noch nicht um den heiligen Gral der Sextoy-Freunde zu handeln. Zu risikoreich sind die Spielzeuge aus dem Printer noch – zumindest wenn es nach einem Artikel auf dem Technik- und Newsportal "Mashable.com" geht. Das Problem am Dildo aus dem 3D-Printer ist demnach die Schichttechnik, in der gedruckt wird. "Mikroskopische Öffnungen im Spielzeug sind nahezu unmöglich zu desinfizieren", heißt es, "hier können sich Körperflüssigkeiten und Bakterien ansammeln." Frisch aus dem Drucker sei die Oberfläche eines 3D-gedruckten Sextoys außerdem viel zu rau für eine sichere Benutzung.

Dildo mit Oberflächenproblemen

Selbst wenn man die Produktionsgrate und anderen Rückstände von einem Dildo abfeilt und die Oberfläche mit Sandpapier und Co. komplett glattpoliert, ist das Toy aus dem Drucker noch immer nicht für eine hygienische Benutzung im Körper geeignet. "Es mag glatt aussehen, aber das macht es auf der mikroskopischen Ebene noch nicht porenlos. Poren oder Lücken werden nicht versiegelt, daher glaube ich nicht, dass das die richtige Methode ist", erzählt Tom Nardone von der 3D-Sextoy-Produzentenseite "makerlove.com". Produkte, die nicht richtig zu reinigen sind, können Blasenentzündungen und bakterielle Infektionen der Vagina verursachen und bei Verwendung von mehreren Partner zu sexuell übertragenen Krankheiten wie Chlamydien, Syphilis oder Herpes führen.

Wer nicht auf den Dildo aus dem 3D-Drucker verzichten will, kann diesen aus Acrylnitril-Butadien-Styrol statt aus dem herkömmlichen Printmaterial drucken lassen, berichtet Nardone. Diesen Kunststoff könne man glatt schleifen und porenlos mit Silikon versiegeln. Eine andere Methode sei, ein Kondom über das glattpolierte Toy zu ziehen.

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