Die Geschichte der Antibabypille – Eine Forschungsgeschichte

Montag, 12.08.2013

Erste Planungen gab es früh, doch etabliert hat sich die hormonelle Verhütung erst in den 1960er Jahren. Erfahren Sie, wie Chemiker und Biologen die Antibabypille entwickelten.

Die meisten Frauen können heutzutage auf hormonelle Verhütung in Form der Antibabypille kaum noch verzichten, da sie beinahe schon zum Alltag gehört. Bis die erste Antibabypille auf dem Markt war, dauerte es jedoch viele Jahre.

Die ersten Forschungen zur Antibabypille

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Schon im Jahr 1919 wurden erste Versuche gestartet, blieben allerdings weitestgehend erfolglos. Schließlich kam der Physiologe Ludwig Haberlandt auf die Idee, dass eine Schwangerschaft verhindert werden könne, indem man dem Körper suggeriere, dass er bereits schwanger sei. So konnte eine zuverlässige Geburtenkontrolle eingeführt werden. Dies war besonders nach dem Ersten Weltkrieg interessant, da große Teile der Bevölkerung an Hunger litten. Mitte der 1920er Jahre gelang es Haberlandt dann, Mäuse unfruchtbar zu machen, indem er Teile von tierischen Eierstöcken verfütterte, die noch Hormone abgaben. Das Experiment ließ sich jedoch nicht auf Menschen übertragen. Haberlandt verstarb im Jahr 1932 und brachte es zu keinen weiteren Erfolgen. Daraufhin versuchte sich der Naturstoffchemiker Adolf Windaus an einem hormonellen Verhütungsmittel. Er schaffte es erstmals, ein Sexualhormon zu isolieren, und legte damit den Grundstein für die Antibabypille.

Antibabypille: Hormoncocktail gegen Fruchtbarkeit

Die weitere Forschung an Sexualhormonen gestaltete sich anspruchsvoll, denn bisher kannte niemand die chemischen Eigenschaften dieser Stoffe. Lange war es schwierig, eine geeignete Rohstoffquelle für bestimmte Hormone zu finden. Anfang der 1940er Jahre glaubten Forscher, sie könnten Substanzen, die ähnlich wie Sexualhormone wirken, aus Pflanzen gewinnen. Doch das gelang nicht. Erst einige Jahre später konnte der Pharmakologe Gregory Pincus den Stoff Norethisteron herstellen, der als Testosteron-Derivat den Eisprung bei der Frau verhindert. Dieser Stoff wurde später Hauptbestandteil der Antibabypille. Wenige Jahre später wurden die ersten Tests an Menschen durchgeführt. Von den 100 Frauen, die teilnahmen, wurden zwar 17 schwanger. Im Nachhinein stellte sich allerdings heraus, dass die Probandinnen die Antibabypille nicht regelmäßig eingenommen hatten. Im Jahr 1960 wurde die Antibabypille dann in den USA zugelassen. Ein Jahr später kam das Präparat auch in Deutschland unter dem Namen Anovlar auf den Markt.

Sich intensiv und ausführlich über Verhütungsmittel zu informieren ist unumgänglich. Denn jede Frau hat Ihre eigenen Bedürfnisse.

Die Auswahl von Verhütungsmitteln auf dem Markt ist besonders groß. In Absprache mit Ihrem Arzt finden Sie sicherlich eines für Ihre Bedürfnisse.

 

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