Debatte um rezeptfreie Pille danach – Bundesrat stimmt dafür

Dienstag, 19.11.2013

Ist die "Pille danach" nun doch bald ohne Rezept in jeder Apotheke erhältlich? Anfang November hat sich der Bundesrat ganz klar dafür ausgesprochen – und bringt neuen Wind in die Debatte.

Wie bei vielen Themen, die unter anderem die Gesundheit betreffen, gibt es unterschiedlich positionierte Gruppen, die sich dafür oder dagegen aussprechen. So auch bei der "Pille danach". Beim Deutschen Apothekertag 2013 hat sich noch die Mehrheit der Involvierten, darunter Apotheker und Ärzte, für den weiteren Erhalt der Rezeptpflicht ausgesprochen.


Die "Pille danach": Bundesrat setzt auf Statistiken

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Der Bundesrat bringt nun neuen Wind in die Debatte, wie "Spiegel Online" berichtet. Denn am 8. November dieses Jahres entschied der Rat, dass dem rezeptfreien Verkauf der "Pille danach" nichts im Wege stehe, und gab hinsichtlich der Gesetzesänderung seine Zustimmung. Offensichtlich überzeugten den Bundesrat die Statistiken aus anderen Ländern mehr, als die warnenden Worte der Fachmänner und -frauen hierzulande. Während Deutschland eines der wenigen Länder ist, das für die "Pille danach" nicht nur ein Rezept, sondern auch ein Beratungsgespräch vorsieht, ist das Medikament in anderen Ländern frei erhältlich.
Die Statistiken anderer Länder belegen, dass ein Anstieg der Abtreibungszahlen ausgeblieben ist – im Gegenteil, die Zahlen seien sogar gesunken. Auch die "Zunahme von riskantem Sexualverhalten" sei nicht festzustellen. Der Antrag werde nun weiter an die Bundesregierung gereicht, die dann über eine endgültige Gesetzesänderung entscheiden muss.
Gegenstimmen aus den eigenen Reihen
Doch nicht alle Politiker zeigen sich begeistert von der Entwicklung. Jens Spahn, Gesundheitsexperte der CDU, sagte gegenüber "Spiegel Online" nach der Bundesratssitzung: "Die 'Pille danach' ist ein Medikament mit Nebenwirkungen, und deshalb ist es richtig, dass der Einnahme eine ärztliche Beratung vorausgeht." Erhebliche hormonelle Belastungen gehen laut Spahn mit der Einnahme der "Pille danach" einher. Ganz ohne Vorsorge will der Bundesrat die Gesetzesänderung aber trotzdem nicht beantragen: Immerhin eine Beratungspflicht seitens der Apotheker soll es geben. Doch grundsätzlich teilt Spahn nicht die Meinung seiner Kollegen, dass die Entscheidung über die Rezeptpflicht der "Pille danach" auf politischer Ebene getroffen werden sollte. Es bleibt abzuwarten, wie die Bundesregierung am Ende über das Thema entscheiden wird.

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19.11.2013 12:32
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