Debatte um die Pille danach – Linke lässt nicht locker

Montag, 24.03.2014

Noch immer steht die Entscheidung der Bundesregierung aus, ob die Pille danach zukünftig rezeptfrei abgegeben werden darf. Die Linksparteien haben nun noch einmal nachgehakt.

Bereits Mitte Februar war im Bundestag über die Pille danach debattiert worden. Die Linke und die Grünen hatten sich ebenso wie die SPD für eine rezeptfreie Abgabe des Notfallverhütungsmittels mit dem Wirkstoff Levonorgestrel ausgesprochen. Die CDU und CSU stellten sich allerdings dagegen. Weil die Debatte um die Pille danach noch immer kein Ergebnis zutage gefördert hat, hat die Linksfraktion der "Pharmazeutischen Zeitung" zufolge nun noch einmal nachgehakt und eine sogenannte kleine Anfrage an die Bundesregierung gestellt.

Pille danach rezeptfrei – Linke dafür

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Eigentlich könnte die Pille danach schon lange frei verkäuflich in den Apotheken erhältlich sein. Denn bereits 2003 hatte der Sachverständigenausschuss im Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) über das Notfallverhütungsmittel mit dem Wirkstoff Levonorgestrel beraten und die Aufhebung der Rezeptpflicht empfohlen. Auf Bitte um eine erneute Einschätzung hatte der Sachverständigenausschuss des BfArM seine Empfehlung im Januar 2014 bekräftigt. Und auch der Bundesrat hatte sich bereits im November 2013 für eine freie Abgabe der Levonorgestrel-haltigen Pille danach ausgesprochen. Dass das Notfallverhütungsmedikament aber trotzdem immer noch rezeptpflichtig ist, liegt daran, dass sich die Fraktion der CDU/CSU weiterhin dagegen ausspricht – und sich die Große Koalition einfach nicht einigen kann.

Argumente dagegen

Dass die Pille danach nicht aus der Rezeptpflicht entlassen werden sollte, begründen CDU und CSU wie folgt: Wäre die Pille danach ohne Rezept in der Apotheke erhältlich, entfiele die wichtige Beratung durch einen Arzt. Da das Medikament auch Risiken berge, könne die Gesundheit der Frauen gefährdet sein, so die Befürchtung.

Dagegen spricht allerdings, dass die Pille danach bereits seit Jahren in vielen anderen Ländern problemlos rezeptfrei abgegeben wird. Wie SPD-Fraktionsvize Karl Lauterbach gegenüber der "Berliner Zeitung" erklärte, konnte das Notfallkontrazeptivum in diesen Ländern offenbar dazu beitragen, viele Schwangerschaftsabbrüche zu vermeiden. Die Beratungsleistung, so die Linksparteien, könne ebenfalls von Apothekerinnen und Apothekern erbracht werden. So lange sich die Große Koalition nicht einigen kann, wird die Pille danach weiterhin nur auf Rezept ausgegeben.

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