Debatte über die Pille danach – Bald rezeptfrei erhältlich?

Montag, 28.10.2013

Bislang ist die "Pille danach" in Deutschland nur auf Rezept erhältlich. Es gibt Stimmen, die für und gegen eine Rezeptpflicht sprechen.

Etwa 400.000-mal im Jahr wird in Deutschland die "Pille danach" verschrieben. Der Weg zu dem Notfall-Verhütungsmittel führt dabei immer über einen Arzt – denn das Medikament ist hierzulande rezeptpflichtig. In weltweit fast 80 Ländern hingegen ist die "Pille danach" rezeptfrei in Apotheken erhältlich. Ob das zukünftig auch in Deutschland der Fall sein wird? 

Ist die "Pille danach" bald frei verkäuflich?

Auf dem Deutschen Apothekertag 2013 sprach sich die Hauptversammlung der deutschen Apothekerinnen und Apotheker dafür aus, das Verhütungsmittel aus der Verschreibungspflicht zu nehmen. Der Berufsverband der Frauenärzte (BVF) hingegen plädiert dafür, die Rezeptpflicht beizubehalten. Uneigennützig sind beide Forderungen nicht. Denn sollte die "Pille danach" zukünftig frei verkäuflich sein, könnten noch mehr Frauen von ihr Gebrauch machen. Der bislang notwendige Arztbesuch vor der Einnahme der Pille ist für viele Frauen ein Hindernis: Aus Scham oder aus mangelnder Infrastruktur verzichten sie auf die "Pille danach". Würde der Zugang erleichtert werden, könnten also auch Apotheker von höheren Verkaufszahlen profitieren. Die Ärzte hingegen würden auf viele Patientinnen verzichten müssen.

Gründe für und gegen eine Rezeptpflicht

Der BVF will die Verschreibungspflicht für die "Pille danach" beibehalten. "Eine ärztliche Beratung ist wichtig, um zu beurteilen, ob die Pille danach überhaupt gegeben werden kann und welche Risiken es gibt", erläutert BVF-Präsident Christian Albring gegenüber der Nachrichtenagentur dpa. Dagegen steht die Tatsache, dass die freie Verkäuflichkeit des Medikaments in vielen anderen Ländern seit Jahren praktiziert wird und noch keine schwerwiegenden Komplikationen beobachtet werden konnten. Auch die Argumente, Apotheker könnten keine ausreichende Beratung geben und die notwendige Untersuchung durch einen Arzt könne verloren gehen, erweist sich als haltlos. Denn viele der betroffenen Frauen berichten, dass sie bei ihrem Arzt weder eine spezielle Beratung zu der "Pille danach" erhalten hätten noch untersucht worden wären. 

Pille vergessen? Dann sollten Sie sich unbedingt mit einem zusätzlichen Verhütungsmitteln vor einer ungewollten Schwangerschaft schützen.

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28.10.2013 12:19
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