Coitus Interruptus wieder beliebter? – Die umstrittene Verhütung

Montag, 26.05.2014

Die vergangenen fünf bis sechs Jahre zeigen, dass der Coitus Interruptus offenbar ein Comeback feiert. Wird die als sehr unsicher geltende Verhütungsmethode tatsächlich wieder populär?

Der Coitus Interruptus zählt zu den unsichersten Verhütungsmethoden – und doch scheint er wieder häufiger Anwendung zu finden. Das fanden Mitarbeiter des Duke University Medical Centers in den USA heraus: Sie befragten knapp 2.200 Frauen im Alter von 15 bis 24 Jahren und wollten wissen, ob sie den Coitus Interruptus schon einmal zur Verhütung ungewollter Schwangerschaften genutzt haben. Insgesamt 31 Prozent der Frauen beantworteten diese Frage mit Ja. Von dieser Gruppe Frauen waren wiederum 21 Prozent ungewollt schwanger geworden. Bei Frauen, die andere Verhütungsmittel benutzt hatten, passierte dies nur in 13 Prozent der Fälle, was einmal mehr zeigt, wie unzuverlässig diese Art der "Verhütung" ist.

Coitus Interruptus: Ein Comeback?

Im Jahr 2007 hatte die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung laut dem Deutschen Grünen Kreuz eine "Hitliste der Verhütungsmittel" aufgestellt. Dabei landete der Coitus Interruptus zusammen mit Verhütungsmethoden wie Hormonpflaster, Schleimbeobachtung und der Kalendermethode mit weniger als einem Prozent auf dem letzten Platz. Am weitesten verbreitet waren die Antibabypille mit 55 Prozent und das Kondom mit 36 Prozent. Befragt wurde damals eine etwas ältere Bevölkerungsgruppe zwischen 20 und 44 Jahren. Doch genau in dieser Altersgruppe scheint der Coitus Interruptus inzwischen sein Comeback zu erleben, glaubt man diversen Publikationen, die von der "Pull-Out-Generation" sprechen – im Englischen wird der Coitus Interruptus auch als Pull-Out-Method bezeichnet.

Warum setzen Frauen auf diese Verhütungsart?

Der Coitus Interruptus gilt unter den Verhütungsmethoden nicht nur als äußerst unzuverlässig – er stellt auch keinen Schutz vor Geschlechtskrankheiten dar, wie Dr. Silvana Ribaudo laut dem US-amerikanischen "Women's Health Mag" betont.  Warum greifen Paare also überhaupt auf diese Methode zurück? Der Grund ist laut Dr. Ribaudo ganz simpel: Weil diese Paare nicht vorausschauend planen. Dabei ließe sich das so einfach verhindern: "Wenn Sie sicherstellen, dass Sie immer Kondome parat haben – genauso wie Frauen sich immer wieder regelmäßig die Pille verschreiben lassen – dann kommen Sie gar nicht erst in diese Situation."

Jedes hormonelle Verhütungsmittel ist verschreibungspflichtig. Um diese zu erhalten sollten Sie mit Ihrem Frauenarzt sprechen.

Ob Pille, Persona, oder Vaginalring: Wer nicht ungewollt schwanger werden möchte, sollte das Thema Verhütung ganz oben auf seine Prioritätenliste setzen.

 

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