Coitus interruptus: Für wen geeignet?

Donnerstag, 20.02.2014

Der Coitus interruptus gehört zu den Verhütungsmethoden, die ohne Hormone und Co. auskommen. Zugleich gilt er aber als sehr unsicher. Gibt es Paare, für die er dennoch geeignet ist?

Wer auf der Suche nach einer Verhütungsmethode ist, die ohne chemische Substanzen auskommt, wird auch über den Coitus interruptus, den "unterbrochenen Geschlechtsverkehr", stolpern. Dabei soll eine ungewollte Schwangerschaft verhindert werden können, indem der Penis vor der Ejakulation aus der Scheide gezogen wird.

Coitus interruptus als Verhütungsmethode?

Ob der Coitus interruptus tatsächlich als Verhütungsmethode bezeichnet werden kann, ist immer noch strittig. Die Methode erfordert jedenfalls eine sehr gute Körperbeherrschung des Mannes, die auf langer Selbstbeobachtung beruht. Vor allem junge Männer, die noch nicht so viel sexuelle Erfahrung haben, haben Probleme damit, den Zeitpunkt des Orgasmus genau bestimmen zu können und dementsprechend rechtzeitig zu handeln. Auch können bereits vor dem Orgasmus Spermien mittels des Lusttropfens in die Vagina gelangen.

Deshalb ist die Verhütung durch den Coitus interruptus im Höchstfall für sehr erfahrene Männer geeignet. Weil die Frau bei dieser Art der Verhütung nur eine passive Rolle hat, muss sie ihrem Partner vollstes Vertrauen entgegenbringen. Das ist üblicherweise erst dann der Fall, wenn sich ein Paar bereits sehr lange kennt. Dass Selbstbeherrschung aber auch bei geübten Männern von der Tagesform abhängt, beweist der Pearl-Index des Coitus interruptus: Dieser liegt zwischen 4 und 30. Das bedeutet, dass innerhalb eines Jahres 40 bis 300 von 1.000 Frauen, die mit dieser Methode verhüten, schwanger werden. Zum Vergleich: Unter der Anwendung einer Kupferspirale werden nur 3 bis 8 von 1.000 Frauen im Laufe eines Jahres schwanger.

Kein Schutz vor Geschlechtskrankheiten

Ein weiterer Nachteil des Coitus interruptus ist die Tatsache, dass er keinen Schutz vor Geschlechtskrankheiten wie Syphilis, Tripper oder Chlamydien darstellt. Diese können auch ohne den Kontakt mit Spermien über die Haut übertragen werden. Und auch eine Ansteckung mit HIV kann nicht ausgeschlossen werden, denn beim Sex können kleinere Wunden entstehen, die ein Eindringen von Krankheitserregern möglich machen. 

Fazit: Der Coitus interruptus als Verhütungsmethode ist nur für Paare geeignet, die einander absolutes Vertrauen gegenüberbringen und zudem eine Schwangerschaft nicht ausschließen wollen. Allen anderen ist dringend von einer Verhütung mit dieser Methode abzuraten.

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Verhütungs-Check: Coitus Interruptus

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