Chauvinismus in der Tech-Branche? Investor sendet Sex-Mail

Freitag, 22.08.2014 Ina Zachas

Chauvinismus und sexuelle Belästigung werden aktuell besonders in der amerikanischen Tech-Branche diskutiert. Anlass dafür bietet ein Investor und Autor, der eine Branchenkollegin in Berlin mit einer Mail belästigte.

Ein Artikel über Chauvinismus des amerikanischen Blogs ValleyWag von Sam Biddle verbreitet sich derzeit im Internet. Er erzählt von der Startup-Mitarbeiterin Gesche Haas, die im Juli nach Berlin zu einem Tech-Event gekommen sei, um Kollegen der Branche kennenzulernen. Dabei habe sie auch ein kurzes Gespräch mit dem Investor und Tech-Journalisten Pavel Curda geführt.

Die Mail: Chauvinismus, sexuelle Belästigung oder bloß blöde Anmache?

Zurück in ihrem Hotelzimmer habe sie eine Mail von Curda erhalten: „Hey G. Ich werde Berlin nicht verlassen, ohne mit dir Sex gehabt zu haben. Abgemacht?“ Auf diese Mail habe die Frau völlig verunsichert reagiert. „Ich war so durcheinander. Ich konnte für eine oder zwei Stunden nicht einschlafen. Was hatte ich ihm signalisiert“, zitiert sie der Artikel.

Als ihr aber am nächsten Tag eine Kollegin mitgeteilt habe, sie hätte die gleiche Nachricht erhalten, sei Haas weniger zurückhaltend geworden. „Da wusste ich, dass ich nicht selbst schuld war“, erklärte sie laut ValleyWag. Sie sei daraufhin auf Curda zugegangen und habe ihm mitgeteilt, dass sein Verhalten unangemessen gewesen sei. Der allerdings habe die Angelegenheit nicht kommentieren wollen. Einige Wochen später ging sie mit der Chauvinismus-Geschichte an die Öffentlichkeit.

Die Reaktion des Sex-Mail-Absenders

Wie reagiert Curda nun auf die Veröffentlichung? Kurz nach Erscheinen des Artikels behauptete er zunächst auf Twitter, dass sein Gmail-Account gehackt worden war. Nachdem einen Tag später allerdings auch die New Yorker Nachrichten-Website Business Insider den Chauvinismus-Vorfall aufgriff, entschied Curda sich offenbar doch um.

„Ich bereue es, dass ich während meines Aufenthalts in Berlin im Juli diese Mails geschrieben habe, die in der Presse erwähnt wurden“, habe der Investor in einer Mail an die Nachrichten-Website geschrieben. Und auch auf Twitter revidierte er: „Ich habe vor kurzem einen Fehler gemacht. Ich bereue es und entschuldige mich dafür. Ich wollte niemanden verletzen.“

Chauvinismus-Debatte in der Tech-Branche

Die Sexismus-Debatte im Silicon Valley befindet sich derzeit in vollem Gange. Denn Gesche Haas ist nicht die einzige Frau aus der Tech-Szene, die gegen sexuelle Belästigung kämpfen muss. Aktuell häufen sich die Berichte von Frauen aus der amerikanischen Tech-Branche, die von ihren männlichen Kollegen diskriminiert werden.

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Branchen, in denen Frauen zu der Minderheit gehören, sind sehr anfällig für Chauvinismus und Diskriminierung. Die amerikanische Tech-Branche diskutiert aktuell sehr über diese Probleme.

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22.08.2014 14:53
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