Bedeutet Pille durchnehmen ein erhöhtes Brustkrebsrisiko?

Freitag, 12.09.2014

Vor allem im Sommerurlaub ist es bequem, die Pille durchnehmen zu können. Aber ist das wirklich gesund? Denn die Antibabypille könnte möglicherweise das Brustkrebsrisiko erhöhen.

Wer im Urlaub von den lästigen Tagen verschont bleiben möchte, kann ganz einfach die Pille durchnehmen und das Einsetzen der Blutung dadurch verschieben. Laut "Frauenärzte im Netz" gibt es für das Durchnehmen der Pille, auch Langzyklus genannt, aber noch weitere gute Gründe. So sollen sich nicht nur Menstruationsbeschwerden, sondern auch das Risiko für verschiedene Erkrankungen wie Endometriose oder Myome verringern lassen können. Doch die Pille durchzunehmen könnte ebenfalls andere Krankheiten begünstigen. Eine aktuelle Studie, die im Fachjournal "Cancer Research" veröffentlicht wurde, kommt etwa zu dem Schluss, dass sich durch die Einnahme einiger Antibabypillen das Brustkrebsrisiko erhöht.

Zusammenhang von Pille und Brustkrebsrisiko

"Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Einnahme moderner oraler Kontrazeptiva im vergangenen Jahr mit einem erhöhten Brustkrebsrisiko in Verbindung gebracht werden kann und dass dieses Risiko je nach Zusammensetzung der Präparate variieren kann", zitiert "sciencedaily.com" Elisabeth F. Beaber von der Public Health Sciences Division des Fred Hutchinson Cancer Research Center in Seattle. Die Studie ergab, dass Frauen, die die Antibabypille einnahmen, ein 50 Prozent höheres Risiko hatten, an Brustkrebs zu erkranken, als Frauen, die die Pille nicht oder nicht mehr einnahmen. Dieses erhöhte Brustkrebsrisiko war aber offenbar nur bei Präparaten mit einem hohen Östrogengehalt zu beobachten.

Trotzdem Pille durchnehmen?

Ludwig Wildt, Direktor der Universitätsklinik für gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin, sieht das Ergebnis der Studie allerdings nicht als geeignet an, um eine generelle Aussage zum Brustkrebsrisiko unter der Einnahme der Antibabypille zu machen. "Es gibt zahlreiche Studien hinsichtlich des Brustkrebsrisikos durch Antibabypillen. Die meisten dieser Publikationen fanden nur ein minimal erhöhtes beziehungsweise kein erhöhtes Risiko", so Wildt gegenüber der Nachrichtenagentur "Pressetext".

Und auch Beaber weist darauf hin, dass die Ergebnisse der Studie erst durch weitere Kontrollstudien untermauert werden müssten und deshalb mit Vorsicht zu interpretieren seien. Dennoch sind sich Experten einig, dass die Vor- und Nachteile einer Verhütung mit der Antibabypille immer im individuellen Fall abgewogen werden müssen – egal, ob Sie alle drei Wochen eine Pause einlegen oder die Pille durchnehmen.

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Es bietet sich bestimmt zu einigen Situationen an, die Pille durchzunehmen. Aber ist das überhaupt gesund?

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