Antibabypille – Gratis für Bedürftige?

Dienstag, 05.11.2013

Viele Frauen können sich die Antibabypille nicht leisten. Im November startet deshalb ein Projekt, in dessen Rahmen bedürftigen Frauen Verhütungsmittel kostenlos zur Verfügung gestellt werden.

Ab dem 1. November können in Schwerin und in der Region Demmin Frauen, die von Hartz IV oder Sozialhilfe leben, Verhütungsmittel umsonst erhalten. Dazu zählen die Antibabypille, die Spirale oder auch der Verhütungsring. Insgesamt erfüllen etwa 3000 Frauen im Alter von 20 bis 35 Jahren die Voraussetzungen, um an dem Modell teilnehmen zu können. 

Modellprojekt: Antibabypille gratis 

RTEmagicC_Pille_fotolia_TB.jpg.jpg

"Finanzielle Probleme dürfen kein Grund dafür sein, auf sichere Verhütung zu verzichten", sagte Sozialministerin Manuela Schwesig (SPD) laut Nachrichtenagentur dpa bei der Vorstellung des Projekts in Schwerin. Das Projekt ist zunächst bis Ende 2015 befristet und die teilnehmenden Frauen erhalten die Antibabypille, die Spirale oder den Verhütungsring maximal ein Jahr lang kostenlos. Insgesamt entstehen dem Land durch das Projekt Kosten von 426.000 Euro. Weitere 30.000 Euro werden für die wissenschaftliche Beteiligung der Universität Greifswald an dem Projekt aufgewendet. Denn während des Modellprojekts wollen die Wissenschaftler aus Greifswald Daten zum Verhütungsverhalten der Beteiligten sammeln. Diese sollen einen anschließenden Vergleich des Verhaltens von Frauen mit und ohne kostenlose Verhütung ermöglichen.

Projekt erfolgversprechend

Hintergrund des Modellprojekts: Dem Statistischen Bundesamt zufolge werden in Mecklenburg-Vorpommern jährlich rund 3000 Schwangerschaftsabbrüche durchgeführt. Der Alltag in verschiedenen Beratungsstellen zeigt, dass der Kostenfaktor ein Grund für diese hohe Zahl ungewollter Schwangerschaften ist. Denn viele Frauen, die von Hartz IV oder Sozialhilfe leben, können sich die Antibabypille schlicht und einfach nicht leisten – und verhüten deshalb nicht. Das Paradoxe: Wird eine Frau infolgedessen ungewollt schwanger und entscheidet sich für einen Schwangerschaftsabbruch, übernimmt die Kosten für die Abtreibung der Staat. 

In anderen Bundesländern gibt es solche Kostenübernahmemodelle schon seit einigen Jahren. In Berlin etwa erhalten bedürftige Frauen die Pille bereits seit 2008 kostenlos. Das Konzept geht offenbar auf, denn die Abtreibungsrate ist seitdem deutlich gesunken. Ob die kostenfreie Abgabe an bedürftige Frauen auch in Schwerin und in der Region Demmin erfolgreich sein wird, muss die Modellstudie nun zeigen. 

Sich intensiv und ausführlich über Verhütungsmittel zu informieren ist unumgänglich. Denn jede Frau hat Ihre eigenen Bedürfnisse.

Die Auswahl von Verhütungsmitteln auf dem Markt ist besonders groß. In Absprache mit Ihrem Arzt finden Sie sicherlich eines für Ihre Bedürfnisse.

 

Weitere Artikel

article
19288
Antibabypille
Gratis für Bedürftige?
Viele Frauen können sich die Antibabypille nicht leisten. Im November startet deshalb ein Projekt, in dessen Rahmen bedürftigen Frauen Verhütungsmitt...
http://www.fem.com/liebe-lust/news/antibabypille-gratis-fuer-beduerftige
05.11.2013 14:34
http://www.fem.com/var/fem/storage/images/liebe-lust/antibabypille-gratis-fuer-beduerftige/369201-1-ger-DE/antibabypille-gratis-fuer-beduerftige_contentgrid.jpg
Liebe & Lust

Kommentare