Antibabypille für den Mann – Neuer Forschungsansatz

Donnerstag, 09.01.2014

Die Antibabypille für den Mann ist schon seit vielen Jahren immer wieder im Gespräch. Bis aber tatsächlich ein Produkt auf den Markt kommt, wird es vermutlich noch einige Jahre dauern.

Vor allem Frauen, die die Antibabypille aus verschiedenen Gründen nicht einnehmen können, dürften sich freuen, wenn die Pille für den Mann endlich auf den Markt kommt. In Tierstudien haben Forscher der Monash University nun eine neue Methode gefunden, auf Basis derer eine Antibabypille für den Mann entwickelt werden könnte. Die Forscher gehen aber davon aus, dass die Entwicklung eines entsprechenden Medikaments erst in einigen Jahren abgeschlossen sein wird.

Antibabypille für den Mann: Neuer Ansatz

In der Vergangenheit hatte die Forschung bei der Suche nach einer medikamentösen Verhütungsmethode für den Mann den Fokus auf die Entwicklung eines Präparats gelegt, das zu einer Produktion von unfunktionalem Sperma führt. Doch laut Nachrichtenagentur "Pressetext" berichtete Sabatino Ventura, einer der beteiligten Forscher, davon, dass diese Medikamente teilweise unerwünschte Nebenwirkungen hervorriefen. Dazu gehörten neben einer verminderten sexuellen Lust offenbar auch eine dauerhafte Veränderung der Spermienproduktion oder sogar Unfruchtbarkeit.

Ejakulat frei von Spermien

Deshalb hatten die Forscher in ihrer aktuellen Studie eine andere Herangehensweise gewählt. Üblicherweise werden die Spermien in einem Depot gespeichert, aus dem es vor der Ejakulation über die Samenleiter in die Hoden abgegeben wird. Im Labor züchteten Ventura und sein Team deshalb Mäuse, deren Gene sie so manipulierten, dass die Spermien der Tiere bei einer Ejakulation im Depot zurückblieben. Dies erreichten die Forscher, indem sie die Produktion zweier Proteine unterbanden, die für die Spermienbeweglichkeit zuständig sind. Das Ejakulat war dementsprechend frei von Spermien und die Mäuse damit unfruchtbar.

 

Die Ergebnisse der Tierstudien sollen nun auf den Menschen angewendet werden. Möglich werden soll dies mithilfe zweier verschiedener Präparate. Eines wird bereits seit mehreren Jahrzehnten bei Patienten, die an einer gutartigen Prostatavergrößerung leiden, eingesetzt. Das zweite benötigte Medikament muss jedoch völlig neu entwickelt werden – Schätzungen der Forscher zufolge kann dies noch etwa zehn Jahre dauern. Dann könnte es eine Antibabypille für den Mann geben, die ohne große Nebenwirkungen nur zu einer vorübergehenden Unfruchtbarkeit führt.

Jedes hormonelle Verhütungsmittel ist verschreibungspflichtig. Um diese zu erhalten sollten Sie mit Ihrem Frauenarzt sprechen.

Ob Pille, Persona, oder Vaginalring: Wer nicht ungewollt schwanger werden möchte, sollte das Thema Verhütung ganz oben auf seine Prioritätenliste setzen.

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