Antibabypille für Bedürftige – München zahlt Verhütung

Donnerstag, 30.01.2014

Weil sich Hartz-IV-Empfänger die Verhütung,  etwa mit der Antibabypille, oft nicht leisten können, will die Stadt München Bedürftigen unter die Arme greifen und die Kosten hierfür erstatten.

Wer von Hartz IV lebt, muss an allen Ecken und Enden sparen. Darunter leidet immer häufiger auch die Verhütung: Antibabypille, Kondome und andere Verhütungsmittel sind für viele einfach zu teuer. In München soll künftig die Stadt verstärkt für die Kosten aufkommen, berichtet die Münchener "Tageszeitung". Auf Antrag der Grünen sollen Hartz-IV-Empfänger die Kosten für die Familienplanung von der Stadt erstattet bekommen. Eigentlich kümmerte sich die Familienorganisation Pro Familie um Verhütungsmittel für Bedürftige, kann das Projekt aber nicht mehr finanzieren. Von bisher 10.000 Euro wurde die Finanzierung mit parteiübergreifender Zustimmung auf 43.000 Euro angehoben.

Mehr ungewollte Schwangerschaften durch Hartz IV

Damit reagiert die Stadt unter anderem auf eine Studie von Pro Familia in Köln, nach der nur noch 30 Prozent der Hartz-IV-Empfängerinnen verhüten würden. Der Anteil habe sich seit der Einführung von Hartz IV im Jahr 2005 mehr als halbiert. Damals waren es noch gut zwei Drittel. Die Folge sind mehr ungewollte Schwangerschaften und Abtreibungen, für die wiederum die Krankenkasse aufkommt.

Der Regelsatz sieht monatlich rund 15 bis 20 Euro für die Gesundheit vor, so viel kostet aber meist schon die Antibabypille allein. Diese Kosten trägt das Amt jedoch nur für Frauen bis zu einem Alter von 20 Jahren. Ab 21 zahlen Frauen die Antibabypille vom Regelsatz. Andere Verhütungsmittel wie die Spirale sind zu teuer, und auch Kondome sind für Bedürftige keine günstige Alternative.

Antibabypille und das Recht auf Familienplanung

RTEmagicC_Pille_fotolia_TB.jpg.jpg

Mit jährlich 43.000 Euro will die Stadt München Hartz-IV-Empfängerinnen den Zugang zur Antibabypille finanziell erleichtern. "Wir beobachten das Problem seit einigen Jahren in unseren Beratungsgesprächen. Frauen haben nach internationalen Abkommen eigentlich das Recht auf freie Wahl der Verhütungsmittel. Vielen fehlt jedoch schlichtweg das Geld, um vernünftige Familienplanung zu betreiben", zitierte die "taz" Susanne Just-Mackensen von Pro Familia Köln bereits im März 2011.

Solch eine Unterstützung durch die Kommunen ist in Deutschland nicht flächendeckend vorhanden, weshalb die Grünen eine bundesweite Lösung für das Problem fordern. Neben München können Hartz-IV-Empfänger unter anderem auch in Berlin, Köln und in der Region Schwerin kostenlos Verhütungsmittel bekommen.

Sich intensiv und ausführlich über Verhütungsmittel zu informieren ist unumgänglich. Denn jede Frau hat Ihre eigenen Bedürfnisse.

Die Auswahl von Verhütungsmitteln auf dem Markt ist besonders groß. In Absprache mit Ihrem Arzt finden Sie sicherlich eines für Ihre Bedürfnisse.

 

Weitere Artikel

article
19663
Antibabypille für Bedürftige
München zahlt Verhütung
Weil sich Hartz-IV-Empfänger die Verhütung, etwa mit der Antibabypille, oft nicht leisten können, will die Stadt München Bedürftigen unter die Arme g...
http://www.fem.com/liebe-lust/news/antibabypille-fuer-beduerftige-muenchen-zahlt-verhuetung
30.01.2014 16:40
http://www.fem.com/var/fem/storage/images/liebe-lust/antibabypille-fuer-beduerftige-muenchen-zahlt-verhuetung/379158-1-ger-DE/antibabypille-fuer-beduerftige-muenchen-zahlt-verhuetung_contentgrid.jpg
Liebe & Lust

Kommentare