Abtreibung – Von Polen nach Deutschland

Montag, 14.04.2014

Abtreibung oder Schwangerschaftsabbruch ist in Polen noch immer ein Tabu. Viele Frauen kommen daher für einen Kurztrip nach Deutschland und lassen den Eingriff hier vornehmen.

Verzweifelte Frauen reisen scharenweise von Polen nach Deutschland, weil Abtreibung in ihrer Heimat nach wie vor verpönt und nur in Ausnahmefällen erlaubt ist. Hier lassen sie, bevorzugt in grenznahen Städten, den Eingriff heimlich vornehmen, ohne dass Freunde oder Verwandte etwas davon erfahren. "Ich mache einen Mädels-Trip nach Berlin", so eine möglicherweise gängige Ausrede.

Mehr illegale Abtreibungen als legale

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"Die Tendenz ist steigend", sagt Janusz Rudzinski, und: "In Polen muss eine Lösung des Problems gefunden werden." Er arbeitet am Krankenhaus Prenzlau und hat allein im vergangenen Jahr rund 1.000 Abtreibungen vorgenommen. Der Grund, warum seine Landsmänninnen zu ihm kommen? In Polen sind Schwangerschaftsabbrüche nur nach einer Vergewaltigung, bei Gefahr für das Leben der Schwangeren oder wenn eine schwere Schädigung des Fötus vorliegt, erlaubt – und auch das nur bis zur 25. Schwangerschaftswoche. Laut eines Berichts der "Welt" werden jährlich etwa 500 bis 600 Abtreibungen legal vorgenommen – im Gegensatz zu rund 150.000 Polinnen, die den Eingriff jedes Jahr illegal über sich ergehen lassen.

Der immer noch übermäßige Einfluss der katholischen Kirche auf die Gesellschaft macht es den Frauen dort so schwer. Viele Ärzte hätten Angst vor der Institution – was wiederum dazu führt, dass Betroffene manchmal von Praxis zu Praxis tingeln müssen, bis sie tatsächlich einen Gynäkologen finden, der sich bereit erklärt. "Der Arzt wiederum könne sich nicht sicher sein, ob die Frau das Gespräch nicht vielleicht aufzeichne und später der Staatsanwaltschaft übergebe", heißt es in dem Bericht. So herrscht also ein Klima der Angst – und Beratungsgespräche werden via Post-It-Zettel geführt. "Es besteht kein Vertrauen zwischen Patientin und Arzt. Das ist eine Katastrophe", findet Rudzinski.

Gebären ist schöner als Leben verhindern

Polinnen, die sich den Trip nach Deutschland nicht leisten können oder wollen, greifen dann häufig zu Medikamenten, um den Schwangerschaftsabbruch herbeizuführen. Wenn danach Blutungen einsetzen, glaubten sie, es sei damit getan – wenige Wochen später stellen sie nicht selten fest, dass der Bauch immer noch wächst.

Janusz Rudzinski würde auch lieber Kinder auf die Welt holen, als Abtreibungen vorzunehmen, sagt er weiter. Dennoch er sei froh, wenn er helfen kann.

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