Abtreibung in Spanien – Bald wieder strafbar?

Dienstag, 21.01.2014

In Spanien könnte die Abtreibung bald wieder strafbar sein, sollte der Gesetzesvorschlag der konservativen Regierung von Parlament und Senat gebilligt werden.

Seit etwa zwei Jahren ist die konservative Regierung in Spanien unter der Führung von Ministerpräsidenten Mariano Rajoy im Amt, und mindestens genauso lange sollen ihre Pläne zur Gesetzesänderung zum Thema Abtreibung schon in der Schublade liegen. Bald könnte es ernst werden und der Schwangerschaftsabbruch nur noch in Ausnahmefällen legal sein. Spanien hätte dann eines der schärfsten Abtreibungsgesetze in Europa.

Abtreibung nur bis zu 14. Schwangerschaftswoche

Sollten die neuen Abtreibungsgesetze der spanischen Regierung in Kraft treten, wäre laut der "Süddeutschen Zeitung" eine legale Abtreibung nur noch bis zur 14. Schwangerschaftswoche möglich. Und selbst dann auch nur unter bestimmten Voraussetzungen. So hätten vergewaltigte Frauen das Recht auf eine Abtreibung sowie Mütter, für die eine Schwangerschaft mit großen gesundheitlichen Risiken verbunden wäre. In beiden Fällen muss die Ausnahme durch zwei Ärzte bescheinigt werden, und die Frauen wären verpflichtet eine Beratung durch den staatlichen Sozialdienst in Anspruch nehmen.

Heftige Proteste in Spanien

RTEmagicC_Vaginalring_photcase_TB_03.jpg.jpg

Seit die Pläne der spanischen Regierung im Dezember 2013 bekannt wurden, kam es im gesamten Land zu heftigen Protesten gegen die geplanten verschärften Abtreibungsgesetze. Erst 2010 hatte die sozialistische Vorgängerregierung den Schwangerschaftsabbruch für spanische Frauen erleichtert.

Derzeit dürfen Schwangere noch bis zur 14. Schwangerschaftswoche ohne ärztliche Beratung eigenständig über eine Abtreibung entscheiden. Auch die "Pille danach" ist in Spanien – im Gegensatz zu Deutschland – rezeptfrei erhältlich. Unter bestimmten Voraussetzungen ist aktuell auch noch ein Abbruch der Schwangerschaft nach der 14. und bis zur 22. Woche möglich. Und zwar dann, wenn der Fötus Missbildungen aufweist oder die werdende Mutter körperlichen oder psychischen Risiken ausgesetzt ist. Hier muss jedoch ein Arzt zurate gezogen werden.

Kritik auch in konservativen Kreisen

Die Regierung will damit Teilen ihrer Wählerschaft entgegenkommen, welche die Abtreibung grundsätzlich ablehnen. "300 Abtreibungen am Tag sind ein unerträglicher Zustand", zitiert "Die Welt" einen Sprecher der radikalen Gruppe "Pro-Life". Allerdings stößt der Gesetzesvorschlag, der die freiwillige Abtreibung unter Strafe stellt, auch in konservativen Kreisen auf Kritik: "Katholisch oder nicht, eine Frau muss frei über den Schwangerschaftsabbruch entscheiden dürfen", so Mar Grandal, Präsidentin eines katholischen Frauenverbandes laut der Online-Ausgabe der Tageszeitung.

Es gibt kurzfristige als auch langfristige Verhütungsmittel – der Vaginalring gehört zu den langfristigen und hormonellen Verhütungsmitteln.

Eine Schwangerschaft kann durch eine Vielzahl von Verhütungsmitteln verhindert werden: von der Pille über den Vaginalring bis hin zum Kondom.

 

Weitere Artikel

article
19620
Abtreibung in Spanien
Bald wieder strafbar?
In Spanien könnte die Abtreibung bald wieder strafbar sein, sollte der Gesetzesvorschlag der konservativen Regierung von Parlament und Senat gebillig...
http://www.fem.com/liebe-lust/news/abtreibung-in-spanien-bald-wieder-strafbar
21.01.2014 09:39
http://www.fem.com/var/fem/storage/images/liebe-lust/abtreibung-in-spanien-bald-wieder-strafbar/377997-1-ger-DE/abtreibung-in-spanien-bald-wieder-strafbar_contentgrid.jpg
Liebe & Lust

Kommentare