Abtreibung in Indien – Gesellschaftliches Muss

Donnerstag, 24.04.2014

Mit Abtreibungen wird in Indien vor der Geburt selektiert: Jungen bringen Wohlstand, Mädchen finanzielle Belastung – und werden deshalb oft gar nicht geboren.

Wenn hierzulande von Abtreibung die Rede ist, geht es meist um das emotionale Schicksal der Frau und warum ein ungeplantes Kind so schlecht in den Lebensentwurf passt. In Indien dient der Schwangerschaftsabbruch noch heute einer Art Vorauswahlprozess: Jungs werden geboren, Mädchen nicht. "Ich hätte meine Töchter auch gerne abgetrieben", sagt die Inderin Sonia in einem Bericht von "Spiegel Online".

Indische Tradition benachteiligt Mädchen

Nur fehlt der Mutter dreier Mädchen aus dem Bundesstaat Haryana im Norden Indiens das Geld dazu. Wohlhabende Familien in der Nachbarschaft könnten es sich leisten, einen Arzt zu bestechen, um mittels Ultraschall illegal das Geschlecht des Fötus zu ermitteln. So erlangte das Dorf Bahrana, in dem Sonia wohnt, nach einer Volkszählung Berühmtheit: Nirgends sonst ist das Geschlechterverhältnis durch illegale Abtreibungen derart ins Ungleichgewicht geraten. Auf 1.000 Jungen werden nur 378 Mädchen zur Welt gebracht. Nicht selten werden weibliche Säuglinge nach der Geburt so lange vernachlässigt, bis sie sterben.

Grund für diese fürchterlichen Abtreibungen ist eine indische Hochzeitstradition. Diese sieht vor, dass die Eltern der Braut den Eltern des Bräutigams enorme Mitgiften zukommen lassen. So immens, dass den Familien der Mädchen danach nicht selten der Hunger droht. Drei Mädchen verheiraten? Das bedeutet den finanziellen Ruin.

Lassen sich die Abtreibungen stoppen?

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Rund 37.000 weibliche Föten würden nach Berechnung der Volkszählung allein in dem Bundesstaat jährlich nicht ausgetragen. Die Regierung vor Ort versucht inzwischen verzweifelt, die massenhaften Abtreibungen zu unterbinden. Etwa, indem jedes Ultraschallgerät penibel überwacht wird und automatisch eine Nachricht an das Gesundheitsamt schickt, sobald es in Betrieb genommen wird.

Gynäkologe Rakesch Garg glaubt nicht, dass sich die Schwangerschaftsabbrüche in Indien so eindämmen lassen. Zu groß seien die Schlupflöcher – Ultraschallgeräte kommen inzwischen angeblich als Schmuggelware aus China. Diese Geräte sind natürlich nicht beim Gesundheitsamt gemeldet. Er plädiert stattdessen dafür, die Geschlechterbestimmung bei Föten zur Pflicht zu machen. So würde jede Schwangerschaft im Land registriert und eine eventuelle Abtreibung ebenso.

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