Abtreibung in Frankreich – Frauenrechte gestärkt

Mittwoch, 29.01.2014

Die französische Nationalversammlung hat die Frauenrechte in Frankreich gestärkt. Künftig ist eine Abtreibung offiziell auch ohne "Notlage" in den ersten Schwangerschaftswochen erlaubt.

Während das Recht auf Abtreibung in Spanien wieder eingeschränkt werden soll, wurde aus dem entsprechenden Gesetz in Frankreich eine Passage gestrichen, nach der es Frauen offiziell nur "in einer Notlage" erlaubt war, eine Schwangerschaft frühzeitig abzubrechen. Das berichtet unter anderem der "Tagesspiegel".

Abtreibung ohne Bedingungen

Der Gesetzestext stammt aus dem Jahre 1975, in dem die Abtreibung in Frankreich unter Gesundheitsministerin Simone Veil erstmals legalisiert wurde. Das Gesetz wurde zudem nach ihr benannt. Es galt eine Fristenregelung, die eine Abtreibung bis zur 12. Schwangerschaftswoche erlaubte, sofern sich die Frau in einer Notsituation befand und das Baby aus verschiedenen Gründen nicht austragen konnte. 2001 wurde die Frist auf 14 Wochen ausgeweitet.
Nun hat die französische Nationalversammlung entschieden, die Abtreibung ohne Bedingungen zu erlauben. Es wird dann heißen, dass Frauen, "die eine Schwangerschaft nicht fortsetzen wollen", diese straffrei abbrechen können. Weiterhin bleibt eine vorherige Beratung durch einen Mediziner sowie eine sich anschließende Bedenkzeit obligatorisch.

Symbolischer Sieg für die Frauenrechte

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Allgemein wird die Streichung des Passus vor allem als symbolische Stärkung der Frauenrechte wahrgenommen. Vermutlich, weil die Bedingung der "Notlage" in der bisherigen Praxis ohnehin flexibel ausgelegt wurde. Die Neuerung hat daher vor allem einen symbolischen Charakter für die Stärkung der Frauenrechte in Frankreich. Die Gesetzesänderung werten viele als Sieg der französischen Frauenrechtsministerin Najat Vallaud-Belkacem.

Die mit 36 Jahren jüngste Ministerin im Kabinett von Premierminister Jean-Marc Ayrault hatte Ende 2013 bereits ein Gesetz gegen die Prostitution auf den Weg gebracht, wonach Freier eine Strafe von 1.500 Euro erwartet, wenn diese für Sex bezahlen. Außerdem trat unter ihrer Führung ein neues Gesetz gegen sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz in Kraft.

Während das Abtreibungsgesetz im sozialistisch geführten Frankreich gelockert wurde, müssen Frauen in Spanien künftig eine Einschränkung ihrer Rechte befürchten. Dort plant die konservative Regierung den genau gegensätzlichen Schritt. Mussten Frauen bisher keine Gründe für den Abbruch einer Schwangerschaft nennen, wird diese künftig wohl nur noch in "Ausnahmefällen" straffrei bleiben. Spanien hätte dann eines der härtesten Abtreibungsgesetze in ganz Europa.

Es gibt kurzfristige als auch langfristige Verhütungsmittel – der Vaginalring gehört zu den langfristigen und hormonellen Verhütungsmitteln.

Eine Schwangerschaft kann durch eine Vielzahl von Verhütungsmitteln verhindert werden: von der Pille über den Vaginalring bis hin zum Kondom.

 

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29.01.2014 17:44
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