Verzeihen in 3 Schritten

Freitag, 02.01.2009

Wenn uns jemand tief verletzt hat, erscheint es als gerechte Strafe, ihm nicht zu verzeihen. Warum diese Taktik ungesund ist und wie man lernen kann, anderen zu vergeben.

Rachegefühle kennt (fast) jeder: Ein Mensch hat etwas getan, wofür Sie ihn hassen. Nun würden Sie ihm am liebsten die Augen auskratzen oder ebensolches Leid zufügen, wie er Ihnen zugefügt hat. Kein guter Plan.Viel besser ist es, etwas Zeit verstreichen zu lassen, um ruhiger zu werden - und dann gezielt reinen Tisch zu machen. Denn eine offene seelische Wunde schadet vor allem einem selbst: Sie hält davon ab, unbeschwert durchs Leben zu gehen, führt zu ständigen Grübeleien und verhindert einenNeuanfang.

Das Beste am Verzeihen: Sie können es ganz alleine tun - auch, wenn Sie der betreffenden Person längst den Rücken zugekehrt haben. Das Ganze funktioniert rein mental!

Drei Schritte helfen dabei, seelischen Ballast ein für alle mal loszuwerden:
Schritt 1: Was gibt es zu verzeihen?

Im Laufe des Lebens erfährt jeder Mensch Zurückweisungen und Kränkungen. Einige sind schnell vergessen, manche werden verdrängt, andere schleppt man ewig mit sich herum. Bei frischen Verletzungen brauchen Sie natürlich nicht lange nachzudenken, um den Grund für Ihre Niedergeschlagenheit zu erfahren. Manchmal liegen die Ursachen dafür aber auch schon länger zurück und sind nicht mehr so offensichtlich. Setzen Sie sich deshalb in einer ruhigen Stunde mit Zettel und Stift hin und schreiben Sie auf, auf wen Sie wütend sind, an welche Verletzungen aus der Vergangenheit Sie sich erinnern können, wofür Sie sich am liebsten rächen würden. Interessant, was dabei so alles ans Licht kommt! Streichen Sie anschließend alle Situationen, über die Sie heute schmunzeln können oder die in Ihnen keine negativen Emotionen mehr hervorrufen. Mit dem, was übrig bleibt, sollten Sie die folgenden Schritte (bei Bedarf auch mehrfach) durchgehen. Wetten, dass Sie sich danach besser fühlen?

Schritt 2: Wie könnte sich der andere gefühlt haben?

Angenommen, Ihre beste Freundin hat sich in Ihren Ex-Freund verliebt. Klar, er ist nur Ihr Ex - trotzdem sind Sie tief gekränkt. Nicht auszumalen, wie die beiden jetzt über Sie reden! Wie konnte Ihre Freundin Ihnen das antun? Sobald der erste Schock verflogen ist, sollten Sie versuchen, sich in sie hinein zu versetzen. Das kann dabei helfen, ihr Verhalten wenigstens etwas nachzuvollziehen und Abstand zu gewinnen. Wichtig: Hier soll nichts gerechtfertigt werden - manchmal erkennt man aber in diesem Prozess aber den eigenen Anteil an der Geschichte und kann der anderen Person ein Stück weit verzeihen.

Schritt 3: Wie lasse ich los?

Dieser Schritt ist der Schwierigste. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, eine seelische Verletzung zu überwinden und Kummer und Wut fliegen zu lassen wie einen Luftballon. Probieren Sie aus, welche der vier Varianten Ihnen am meisten bringt:

Variante A: Schreiben Sie sich den Frust von der Seele
Verfassen Sie einen saftigen Brief an den Menschen, der Ihnen weh getan hat. Denken Sie nicht lange über Formulierungen nach - je echter und authentischer, desto besser. Anschließend verbrennen Sie den Brief in einem feierlichen Ritual. Falls Sie sich mehr Körpereinsatz wünschen, zerreissen, zerknüllen sie das Papier, trampeln Sie darauf herum, machen Sie damit, was Sie wollen. Wenn Sie ein richtiges Abschiedsritual bevorzugen, können Sie zum Beispiel auch ein Schiffchen daraus basteln und es in einem Fluss davontreiben lassen...

Variante B: Suchen Sie sich ein Verzeih-Mantra
Manchmal hilft es, einen bestimmten Satz so lange vor sich hin zu sagen (ob in Gedanken oder laut bleibt dabei Ihnen überlassen), bis er tatsächlich Realität wird. Im obigen Fall könnte Ihr Mantra etwa lauten: "Ich lasse nicht zu, dass mich das Verhalten anderer verletzt, deshalb verzeihe ich meiner Freundin, was sie getan hat."

Variante C: Machen Sie eine Traumreise
Viele Menschen finden ihren inneren Frieden nicht, weil sie große Angst vor einer Begegnung mit dem Menschen haben, der sie verletzt hat. Mentales Training kann helfen, diese Angst zu verlieren: Träumen Sie sich an einen Ort, an dem Sie die Person gern treffen würden, malen Sie sich aus, was Sie sagen würden und, ganz wichtig: Verzeihen Sie ihr am Ende des Dialogs.

Variante D: Schreien Sie ein Foto an
Nehmen Sie ein Bild des Menschen zur Hand, der ihnen weh getan hat. Brüllen Sie es an, sagen Sie ihm so richtig die Meinung, lassen Sie Ihre ganze Wut raus. Sobald die größten Aggressionen verflogen sind, verzeihen Sie dem Menschen auf dem Foto - und zwar mit laut und deutlich ausgesprochenen Worten: "Ich verzeihe dir."

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