Verliebt zur falschen Zeit – Schlechtes Timing in Sachen Liebe

Dienstag, 25.11.2008

Sie haben den Richtigen getroffen - aber zum falschen Zeitpunkt? Wissenschaftler glauben, dass das kein Zufall ist.
Vor kurzem haben Sie einen Mietvertrag in einer neuen Stadt unterschrieben - Hunderte von Kilometern entfernt. Die Kisten sind gepackt, die Vorfreude steigt von Stunde zu Stunde. Bald starten Sie in ein neues Leben - frei und voller Tatendrang. Doch dann passiert etwas, womit Sie niemals gerechnet hätten: Sie verlieben sich unsterblich...
So oder ähnlich passiert es jeden Tag irgendwo auf der Welt und die Frage nach dem "Was nun?" drängt sich unweigerlich in den Vordergrund. Warum verknallt man sich ausgerechnet dann in eine Person, wenn der Zeitpunkt für eine neue Partnerschaft besonders schlecht ist? Steckt dahinter mehr als Zufall?

Die lieben Hormone

Die amerikanische Anthropologin Helen Fisher meint, den Grund für das unglückliche Timing zu kennen: Sie macht den körpereigenen Botenstoff Dopamin, im Volksmund auch "Glückshormon" genannt, dafür verantwortlich. In ihrem Buch "Warum wir lieben - Die Chemie der Leidenschaft" erklärt die Professorin der Rutgers Universität in New Brunswick, welche Wirkungen der Botenstoff haben kann: Das Dopamin beeinflusst Wahrnehmungen und Gefühle wie Freude, Glück und Zuversicht.

Extreme Ereignisse wie etwa eine wichtige Prüfung verursachen positiven Stress. Dadurch steigt der Dopamin-Spiegel und man wird enthemmter. Mit diesem ständigen Hochgefühl steigt die Wahrscheinlichkeit, sich Hals über Kopf zu verlieben. Der Körper setzt sich quasi selbst unter Drogen.

Verliebt in den Erstbesten?

Dennoch: Sogar in dieser Situation verliebt man sich nicht in den Erstbesten. Passt der Mann überhaupt nicht in das persönliche Schema, macht ihn auch das Dopamin nicht attraktiver. Wird das Gegenüber aber generell als angenehm empfunden, kann es passieren, dass man sofort Schmetterlinge im Bauch hat.

Auch Bas Kast, Wissenschaftsjournalist und Bestseller-Autor beschäftigt sich in seinem Buch "Die Liebe - und wie sich Leidenschaft erklärt" mit diesem Phänomen. Demnach ist neben der Person vor allem der Zeitpunkt, zu dem man sich begegnet, entscheidend.

Steht man zum Beispiel kurz davor, einen neuen Job in einer fremden Stadt zu beginnen, empfindet man alles, was in diesem Moment passiert, als unglaublich spannend. Tritt nun eine unbekannte Person ins Leben, kann es sein, dass man die generelle Aufregung mit dieser Person verwechselt. Ist das berühmte Kribbeln im Bauch hier also nur ein Täuschungsmanöver des Gehirns?

Was jetzt?

Ja - aber auch wenn es so aussieht, als wäre der Mensch nur eine hormonell gesteuerte Marionette des eigenen Körpers: Was letzten Endes passiert, entscheidet jeder frei für sich. Rationale Typen können ihre impulsiven Gefühle besser kontrollieren und lassen eher die Vernunft walten. Für sie hat eine Liebe zum falschen Zeitpunkt generell wenig Sinn. Emotionale Menschen hingegen geben sich schneller ihrem Bauchgefühl hin, verlieben sich Hals über Kopf und werfen dafür all ihre Pläne über Bord.

Mehr Infos: www.helenfisher.com

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25.11.2008 09:47
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