Gynefix: Mit Kupfer gegen Spermien

Dienstag, 18.08.2015

Gynefix, die Kupferkette, gehört zu den Verhütungsmitteln, die ganz ohne Hormone auskommen. Wie Gynefix eingesetzt wird, wie sie wirkt und was sie kostet, haben wir auf einen Blick für Sie zusammengesfasst.

Die Gynefix ist ein sogenanntes Intrauterinpessar (IUP) und gehört wie auch das Diaphragma oder das Femidom zu den hormonfreien Verhütungsmitteln. Sie ist eine Weiterentwicklung der Kupferspirale und hat daher die Wirkweise mit ihr gemein. Einmal in die Gebärmutter eingesetzt, kann die Gynefix bis zu fünf Jahre als Empfängnisschutz dienen. Was Sie bei der Verhütungsmethode beachten sollten und welche Kosten damit verbunden sind, erfahren Sie hier.

Gynefix: Aufbau und Wirkung

Hergestellt wird die Gynefix von der belgischen Firma Contrel. Sie besteht aus einer Kette mit vier bis sechs Kupfergliedern (je circa fünf Millimeter lang und 2,2 Millimeter im Durchmesser), die auf einen Nylonfaden aufgereiht sind, der wenige Zentimeter lang ist. Sie wird in der Gebärmutterhöhle fixiert und gibt dort – wie die Kupferspirale auch – kontinuierlich kleinste Mengen an Kupfer-Ionen ab, die die Spermien auf ihrem Weg zum Eileiter schädigen und den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut so stören, dass sich eine möglicherweise doch befruchtete Eizelle nicht einnisten kann. Da sie ohne Hormone auskommt, beeinflusst sie laut dem Berufsverband der Frauenärzte weder den Zyklus noch die langfristige Fruchtbarkeit. Nach ihrer Entfernung soll eine Schwangerschaft sofort wieder möglich sein.

Die Kupferkette dient übrigens nicht nur als Langzeitverhütungsmittel, sie kann auch bis zu fünf Tage nach ungeschütztem Sex als Alternative zur "Pille danach" angewendet werden.

Das Einsetzen der Kupferkette

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Der Gynäkologe setzt die Gynefix in der Regel ambulant und nach der Gabe eines Schmerzzäpfchens oder unter örtlicher Betäubung in die Gebärmutterhöhle ein. Mittels eines vorgefertigten Knotens wird sie dabei am oberen Ende der Gebärmutter in der Muskulatur der Gebärmutterwand verankert. Anders als bei der Kupferspirale kann dadurch ein Verrutschen des Verhütungsmittels vermieden werden. Als bester Zeitpunkt eignet sich für das Einsetzen der vierte oder fünfte Tag der Regelblutung: Da der Muttermund während der Periode weiter geöffnet ist, erweist sich das Verankern der Kupferkette durch den Gynäkologen als weniger schmerzhaft. Generell können Frauen bei der Einsetz-OP trotz Betäubung ein leichtes Ziehen bis hin zu starken Schmerzen im Unterleib spüren.

Anders als die etwas breitere, T-förmige Kupferspirale, ist die Gynefix durch ihre Beschaffenheit sehr flexibel, biegsam und platzsparend. Daher eignet sie sich auch als Verhütungsmittel für Frauen mit einer kleinen Gebärmutter, also auch solche, die noch keine Kinder geboren haben. Wichtig ist, dass die Gynefix von einem speziell geschulten Gynäkologen eingesetzt wird. Welche Mediziner in Ihrer Nähe über diese Qualifikation verfügen, können Sie hier nachschauen.

Was muss ich bei der Verhütung mit Gynefix beachten?

Bevor die Gynefix eingesetzt wird, sollte unter anderem eine Infektion mit Chlamydien und Gonokokken ausgeschlossen werden, da die Kupferkette bei späterer Diagnose mit großer Wahrscheinlichkeit vom Frauenarzt entfernt werden müsste. Zudem sollte eine Kupferallergie unbedingt ausgeschlossen werden.

In den ersten fünf Tagen nach dem Einsetzen der Kupferkette sollte man außerdem auf Geschlechtsverkehr sowie den Gebrauch von Tampons verzichten, da sich der Körper erst an die Kupferkette gewöhnen muss. Zudem kann es in den ersten Tagen zu leichten Blutungen und während der nachfolgenden Zyklen zu einer stärkeren Regelblutung kommen.

Wie sicher ist das Intrauterinpessar?

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Der Pearl-Index (PI) liegt bei der Gynefix zwischen 0,1 und 0,5. Er gibt an, wie viele von 100 Frauen unter Verwendung einer bestimmten Verhütungsmethode innerhalb eines Jahres schwanger werden. Zum Vergleich: Der Pearl-Index der Antibabypille liegt je nach Präparat etwa zwischen 0,1 und 0,9. Somit bietet die Gynefix einen sehr hohen Schutz vor einer Schwangerschaft.

Gynefix: Kosten der Spirale

Je nach Aufwand der Untersuchung, Betäubung und Nachsorge durch den Frauenarzt, kostet die Gynefix zwischen 200 und 400 Euro.

Wichtiger Hinweis: Die Kupferkette schützt nicht vor Geschlechtskrankheiten wie Hepatitis C oder Syphilis. Im Zweifel sollte auf jeden Fall zusätzlich ein Kondom benutzt werden.

Ihr Arzt wird Sie zu allen Fragen über die Gynefix beraten können.

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Verhütungs-Check: Die Kupferkette

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