Vaginal oder klitoral? – Hüftschwung verrät Orgasmusfähigkeit

Donnerstag, 18.09.2008

Ein lasziv-weiblicher Hüftschwung lässt Männer seit jeher den Atem anhalten. Nun wollen Sexologen im Gang der Frau mehr erkennen können als reine Erotik.

Der vaginale Orgasmus ist der beste, meint Stuart Brody, Professor an der Universität von West-Schottland. Frauen die ihn bekämen (den vaginalen Orgasmus, nicht Stuart Brody) seien psychologisch gereifter und gesünder.

Schön für die Frau und auch nicht schlecht für den Mann. Doch, und da lag bislang das große Problem: Wie kann mann herausfinden, welche Frau diese besondere "orgasmische Reife" mitbringt? Ein Problem wie geschaffen für einen engagierten Sexologen. Und so designte Brody ein Experiment, dessen Ergebnis die Partnerwahl für Männer erheblich vereinfachen könnte.

Verräterischer Hüftschwung

Der schottische Wissenschaftler rekrutierte 16 belgische Studentinnen und bat sie, einen Fragebogen über ihr Sexleben auszufüllen und sich dann vor die Kamera zu begeben. Womöglich inspiriert von Jobims Samba-Klassiker "Girl from Ipanema" (When she walks, it's like a Samba. That swings so cool and sways so gently. That when she passes, each one she passes goes "Ah!") sollten die Studentinnen nichts anderes tun, als auf einem öffentlichen Platz spazieren zu gehen.

Die Videoaufnahmen davon betrachteten anschließend zwei Professoren der Sexologie und ihre zwei Assistenten, die (Zitat) "im funktionell-sexologischen Ansatz trainiert worden waren". Ein effizientes Training muss das gewesen sein, denn die Funktions-Sex-Experten konnten in über 80 Prozent der Fälle korrekt erkennen, ob die Spaziergängerin der Gruppe Vaginal-Orgasmische-Frauen waren oder nicht.

Samba-Gang

Zu welchen intimen Empfindungen die Probandinnen fähig waren, verriet den Forschern dabei "die Summe aus Schrittlänge und vertebraler Rotation" - eben der Samba-Gang.

Warum das so ist, dazu machten sich die vier Sexologen ebenfalls Gedanken. Und spekulieren, dass blockierte Hüftmuskeln mit psychosexuellen Beeinträchtigungen einhergehen. Um blockierte Hüftmuskeln zu lockern, eignen sich laut Brody und Kollegen Bewegungs- und Atemtraining sowie expressive Kunsttherapie.

Jahrhundertdebatte um dualen Orgasmus

Übrigens wird, seit Sigmund Freud 1905 die Idee vom vaginalen Orgasmus aufbrachte, heftig diskutiert, ob es tatsächlich zwei Arten von Orgasmen, den vaginalen und den klitoralen, gibt. Feministinnen beanstanden den männlich gefärbten Blick auf die weibliche Sexualität, der zwischen "unreifen klitoralem" und "reifen vaginalem" Orgasmus unterscheidet.

Neueren Forschungen zufolge ist die Klitoris viel ausgedehnter als Anatomen zuvor vermuteten. Demnach formen die distale Urethra und Vagina einen Gewebecluster mit der Klitoris [O'Connell HE et al. Anatomy of the Clitoris J Urol 2005, 174:1189­–95]. Eine Unterscheidung in klitoralen und vaginalen Orgasmus würde sich damit erübrigen: Alles ist klitoral.

Wie wär's mit einer Anschluss-Studie?

Aber so schnell wird sich eine ein Jahrhundert alte Diskussion nicht legen. Daher freuen wir uns auf die logische Anschluss-Studie von Stuart Brody und Kolleginnen: Vier Sexologinnen untersuchen den Gang von 16 italienischen Studenten und schließen vom Hinternschwung auf die Fähigkeit der Männer, ihre Partnerinnen klitoral oder vaginal zu befriedigen.

Falls es "nur" klitoral sein sollte, könnten die Sexologinnen den funktionsbeeinträchtigten Männern Sensibilisierungskurse oder expressive Kunstformen wie Flamenco-Tanz und Action-Painting nahe legen.

Dr. Fabienne Hübener

Quelle: Nicholas A, Brody S, de Sutter P, de Carufel F. A Woman's History of Vaginal Orgasm is Discernible from Her Walk. J Sex Med 2008, 5: 2119–24.

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Der Hüftschwung verrät, wie Orgasmusfähig eine Frau ist.

Wie eine Frau beim Gehen mit ihrer Hüfte schwingt, soll angeblich ihre Orgasmusfähigkeit offenbaren - Foto: iStockphoto

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