Vagina-OP im Trend – Beauty all over?

Dienstag, 23.03.2010

Genitalverstümmelung oder neues Körpergefühl? Intim-OPs sorgen für eine neue Diskussion über die Frage: Wie weit darf plastische Chirurgie gehen? Nase, Brust und Bauch waren gestern. Der Schönheitskult hat die Bikinizone erreicht.

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In den USA, dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten, gehört die Genitaloperation bereits zu den beliebtesten Schönheits- OPs und die Nachfrage steigt dort jährlich um etwa 30 Prozent. Und was in Hollywood in ist, lässt hierzulande bekanntlich nicht lange auf sich warten.

Frauenmagazine und Boulevard-Medien zumindest präsentieren den Trend zum getunten Schritt so kritiklos wie den Hype um Plateau-Schuhe und den angesagtesten Mantel-Schnitt. Und die Berichterstattung scheint Wirkung zu zeigen: Laut dem "Deutschen Ärzteblatt" gab es in Deutschland bereits im Jahr 2005 1.000 Schamlippenstraffungen. Und auf der Website einer Chirurgin heißt es: "2008 habe ich 70 Frauen im Intimbereich operiert."

Heiße Diskussion um den Intimbereich

Die Frage, ob es dabei nur um den skurrilen Wunsch nach einer designten Vagina oder die Lösung von sexuellen und körperlichen Problemen geht, ist schwer zu beantworten. Aber ganz gleich, auf welche Seite man sich schlägt, eines ist sicher: Die weiblichen Genitalien sind aus ihrem Schattendasein gerückt und werden heiß diskutiert.

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Frauen nehmen ihren Körper nicht mehr nur stellenweise, sondern gänzlich wahr. Sie untersuchen, rasieren, cremen und vergleichen. Vergleichen mit den Vaginas die sie kennen. Und das sind selten die ihrer besten Freundin, sondern die der Pornoindustrie. Besonders lange, sehr kleine oder ungewöhnlich dicke Schamlippen sieht man hier nicht. Stattdessen gilt: allzeit bereit, offen und makellos. Klar, dass sich dabei das eigene Selbstwertgefühl verabschiedet.

Einheitsmaß durch Vagina-OPs

Für besonders selbstkritische Frauen scheint der Gang zum Schönheitschirurgen wie die einzige Chance auf Konformität. Schließlich werden Schamlippen oder Venushügel hier auf ein vermeintliches Idealmaß zurechtgeschnitten.

Die Vagina-Straffung zum Beispiel wird häufig nach Geburten oder nach Krankheiten wie Gebärmutterkrebs durchgeführt. Viele Frauen haben das Gefühl, das ihre Scheide nach diesen Ereignissen stark vergrößerst ist. Hinzu kommt, dass das sexuelle Empfinden von beiden Partnern dadurch geschwächt werden kann.

Bei der OP wird zuerst ein keilförmiger Teil im rückwärtigen Bereich der Vagina entfernt, um anschließend Haut und Muskel wieder zusammen zu nähen. Der Eingriff verursacht in den ersten Wochen starke Schmerzen und es kann zu Narbenbildung kommen, die das Sexleben beeinträchtigen können.

Fettabsaugen am Venushügel

Als neuzeitliche "Problemzone" empfinden viele Frauen außerdem ihren Venushügel. Durch die Wechseljahre, aber auch durch Gewichtszunahme oder genetischer Veranlagung kann der Venushügel so ausgeprägt sein, das er sich deutlich unter der Kleidung abzeichnet. Um dem entgegen zu wirken, wird wie bei anderen unerwünscht kurvigen Körperstellen Fett abgesaugt. Es kann dabei zu Schwellungen, Nachblutungen und Entzündungen kommen.

Auch lange Schamlippen gelten als störend. Wenn die inneren Schamlippen über die äußeren hinausragen, können unangenehme Reizungen entstehen. In diesem Fall setzt der Chirurg die Methode der Schamlippen-Reduktion ein: Unter örtlicher Betäubung werden die Schamlippen verkleinert und nach dem Wunsch der Patientin modelliert. Der Heilungsprozess nach dem Eingriff dauert etwa einen Monat.

Rekonstruktion des Hymens

Auch die Rekonstruktion des Jungfernhäutchens ist beliebt. Dieser Eingriff wird meist aus konfessionellen Gründen vorgenommen, aber auch immer mehr westlich orientierte Frauen wünschen sich das Jungfernhäutchen zurück. Unter Vollnarkose wird das Hymen mit mehreren Stichen wiederhergestellt. Für Frauen aus erzkonservativen Familien, ist dieser Eingriff ein Segen. Dennoch: Die Meinungen über Intim-OPs gehen weiter auseinander, als bei jedem anderen ästhetischen Eingriff.

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Intim-OPs sind auch in Deutschland längst keine Randerscheinung mehr.

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