Teenage-Schwangerschaften – Wenn Kinder Kinder kriegen

Freitag, 27.06.2008

Jamie Lynn Spears und der Gloucester-Babypakt: Was steckt hinter dem Boom der Teenager-Schwangerschaften?

Die Nachricht schlug ein wie eine Bombe: Im November 2007 gab Jamie Lynn, Schwester der notorisch ausfälligen Ex-Pop-Prinzessin und Zweifachmutter Britney Spears, bekannt, dass sie von ihrem 19-jährigen Freund Casey Altridge schwanger sei. Am 19. Juni brachte die nun 17-Jährige ein gesundes Mädchen zur Welt.

Einen Einfluss hatte die Nachricht von Jamie Lynns Schwangerschaft sicherlich nicht auf den jüngst bekannt gewordenen "Schwangerschaftspakt" im amerikanischen Städtchen Gloucester: Dort sind mindestens 17 minderjährige Mädchen (die meisten unter 16 Jahren alt) kurz hintereinander schwanger geworden. Ersten Verdacht schöpfte das Personal des Schulkrankenhauses, als auffällig viele Schülerinnen um einen Schwangerschaftstest baten und für das Alter ungewöhnlich vergnügt schienen, als das Ergebnis positiv ausfiel. Nach und nach wurden mehr Details zum Babyboom an der High School im US-Staat Massachusetts bekannt: Die Mädchen gaben zu,  sich abgesprochen zu haben! Sie wollten alle möglichst gleichzeitig schwanger werden, um  ihre Kinder dann gemeinsam aufzuziehen. Die Väter sind zumeist Mitschüler, es sei aber auch ein 24-jähriger Obdachloser darunter, zitiert das "Time Magazine" den Schulleiter.

Ist die Enthaltsamkeitslehre schuld?

Tatsächlich sind die USA das Land mit den meisten Teenager-Schwangerschaften - die Rate liegt doppelt so hoch wie in den restlichen Industriestaaten. Fast eine Million Babys werden dort jährlich von Minderjährigen zur Welt gebracht. Grund hierfür scheint unter anderem der dort an einem Drittel der Schulen praktizierte Sexualkundeunterricht zu sein, der auf der Enthaltsamkeitslehre aufbaut, was gleichbedeutend mit keiner Aufklärung ist.

Keine Aufklärung gab's anscheinend auch für Jamie Lynn - zumindest ihrer Aussage dem Klatschmagazin "OK!" nach zu schließen: "Es war ein Schock für uns beide, es kam so unerwartet. Ich war komplett und total geschockt und mein Freund ebenfalls", erzählt die junge Schauspielerin von dem Moment, als sie von der Schwangerschaft erfuhr.

Ein Baby gegen die Hoffnungslosigkeit
In Gloucester scheint etwas anderes die Kinder zum Kinderkriegen bewogen zu haben: Die Ortschaft in der Nähe Bostons, die noch vor wenigen Jahren eine boomende Fischereiwirtschaft vorweisen konnte, befindet sich mitten in einer wirtschaftlichen Depression. Das wirkt sich auch auf das soziale Leben der Menschen dort aus: Arbeitslosigkeit, zerrüttete Familien und Hoffnungslosigkeit bringen jungen Frauen dazu, einen Halt im Mutterwerden zu suchen.
In  Deutschland hingegen sind die Zahlen rückläufig. So stieg die Zahl der minderjährigen Mütter von 1998 auf 2000 zwar noch um 48 Prozent, bei der Gruppe der 14-Jährigen verdoppelte sich die Zahl sogar. Die Zahlen der Studie "Jugendsexualität 2006" der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung  belegen aber glücklicherweise eine Trendwende: Beinahe 70 Prozent der befragten 14- bis 17-Jährigen fänden schwanger zu werden "eine Katastrophe". Ein Forschungsprojekt von profamilia für das Jahr 2007 bestätigt diese Zahlen: Seit 2001 sinken die Zahlen der Schwangerschaften, Geburten und Schwangerschaftsabbrüchen stetig. Es bleibt zu hoffen, dass der ungute amerikanische Trend nicht wieder nach Deutschland überschwappt!

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