Studie: Reicher Mann = Orgasmus? – Geld als Aphrodisiakum

Dienstag, 20.01.2009

Im Bett zählt der Kontostand eines Mannes mehr als sein Äußeres - darauf deutet eine aktuelle Studie hin. Warum Sie trotzdem nicht nach einem Millionär Ausschau zu halten brauchen.

Die Anzahl der Orgasmen, die eine Frau hat, hängt stark mit dem Einkommen ihres Partners zusammen. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Befragung von insgesamt 1.534 chinesischen Frauen, die für den "Chinese Health and Family Life Survey" durchgeführt wurde.

Geld ist wichtiger als Schönheit

Der belgische Evolutions-Psychologe Thomas Pollet von der Newcastle University in Großbritannien wertete die Daten aus - und stieß auf eine aufsehenserregende Korrelation: Frauen gut verdienender Typen kommen beim Sex häufiger. Die Symmetrie des männlichen Körpers und seine allgemeine Attraktivität stehen ebenfalls in Zusammenhang mit der weiblichen Orgasmusfähigkeit - aber nicht in so hohem Maße.

Experten gehen davon aus, dass als besonders begehrenswert bewertete Männer Frauen häufiger sexuelle Höhepunkte bescheren. Warum, ist nicht ganz klar: Soll der Orgasmus eine Frau dazu bringen, bei einem attraktiven, gesunden und gut situierten Partner zu bleiben?

Am Alter liegt's nicht

Pollet, der seine Ergebnisse im Fachblatt "Evolution and Human Behavior" veröffentlichte, kann eigenen Angaben nach ausschließen, dass Faktoren wie die Dauer der Beziehung, Alter, Zufriedenheit, Gesundheit oder Bildungsgrad das Studienergebnis beeinflusst haben. Erklärungsansätze wie "Je älter, desto besser die berufliche Position und desto erfahrener in Sachen Sex" sind deshalb nicht möglich.

Trotzdem sollten Frauen, die mit Schlecht- oder Normalverdienern liiert und auf der Suche nach größerer sexueller Erfüllung sind, jetzt auf keinen Fall das Handtuch werfen. Denn...

... erstens handelt es sich bei dem Ergebnis nur um eine Korrelation. Es ist nicht so, dass ein Mann, der reich ist, einer Frau automatisch guten Sex beschert. Es ist nur so, dass Männer, die reich sind, häufiger Frauen haben, die oft zum Orgasmus kommen.

Hier sind wahrscheinlich so genannte "Drittvariablen" im Spiel. Das können zum Beispiel Eigenschaften sein, die Männer gleichzeitig zu reichen Menschen und guten Liebhabern machen. Wie etwa die Körpergröße: Studien haben gezeigt, dass hoch gewachsene Männer mit höherer Wahrscheinlichkeit in Führungspositionen gelangen als kleinere - und außerdem von Frauen als besonders sexy empfunden werden.

Möglicherweise ist die Drittvariable aber auch ein Attribut, das Frauen besonders orgasmusfähig und gleichzeitig zu Partnerinnen wohlhabender Männer macht. Zum Beispiel ein großes Selbstbewusstsein: Es könnte doch sein, dass sehr selbstbewusste Frauen sich eher an gutverdienende, erfolgreiche Partner heranwagen und sich außerdem beim Sex besser fallen lassen können, oder?

... zweitens wurden die Daten, die der britischen Studie zugrunde liegen, in China erhoben. Die chinesische Kultur unterscheidet sich aber erheblich von der europäischen. Zwar soll es bezüglich der allgemeinen Orgasmus-häufigkeit Parallelen zwischen Chinesinnen und Deutschen geben, damit ist aber trotzdem nicht bewiesen, dass auch deutsche Frauen häufiger zum sexuellen Höhepunkt kommen, wenn sie mit einem Gutverdiener schlafen: Vielleicht ist chinesischen Frauen der materielle Status wichtiger als deutschen Frauen - ein wohlhabender Mann wäre dann hierzulande nicht in dem Maße "begehrenswert" und orgasmusfördernd wie in China.

... drittens - und das sollte hier das schlagende Argument sein - kann sich der Sex in einer Partnerschaft weiterentwickeln und verbessern. Das Zauberwort heißt Kommunikation. Sagen Sie Ihrem Partner, wie Sie am besten und schönsten zum Orgasmus kommen. Das ist allemal einfacher, als sich einen reichen Macker zu angeln!

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20.01.2009 14:15
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