Sex-Objekt Frau? – Durchleuchtete Männer

Donnerstag, 19.02.2009

Dessous-Werbeplakate haben schon Autounfälle verursacht. Einer neuen Studie zufolge können sexy Bilder von Frauen aber noch Schlimmeres anrichten.
Diese wissenschaftliche Erkenntnis dürfte Frauenrechtlerinnen auf den Plan rufen: Wie Sozialpsychologen der renommierten Princeton University im US-Bundesstaat New Jersey herausgefunden haben, betrachten Männer, die Fotos weiblicher Models mit wenig Kleidung und in sexy Posen angeschaut haben, Frauen häufig als "Objekte".

Gehirne gescannt

Den Beweis dafür lieferten Experimente mit heterosexuellen männlichen Versuchpersonen: Die Wissenschaftler legten ihnen Fotos von Männern und Frauen vor, die entweder als Portrait, mit unkenntlich gemachtem Gesicht in Badebekleidung oder in vollständigem Dress abgelichtet waren. Währenddessen wurden die Gehirne der Probanden mit speziellen Computer-Tomographen gescannt.

Ergebnis: Die Betrachtung der Fotos von Frauenkörpern in Bikinis aktiviert Hirnareale, die sonst nur beansprucht werden, wenn beispielsweise Werkzeuge wie Schraubenzieher benutzt oder manipulierbare Objekte bearbeitet werden sollen. Bei einigen Männern wurden parallel sogar Teile des Gehirns deaktiviert, die mit Einfühlungsvermögen und emotionalen Wünschen in Zusammenhang stehen.

Weder bei der Betrachtung der Portraitfotos noch bei Bildern bekleideter Menschen oder Männern in Badehose war das der Fall. Zudem behielten die Probanden die Bilder der Frauen in Bikinis am besten im Gedächtnis - auch, wenn sie diese nur sehr kurz betrachtet hatten.

Wenig emotionale Reaktionen bei Sexisten

Am Ende des Experiments mussten alle Versuchspersonen einen Fragebogen ausfüllen, auf dem sie selber einschätzen sollten, wie sexistisch sie sind. Interessanterweise registrierten die Computer-Tomographen bei den Männern, die sich als sehr sexistisch einstuften, besonders niedrige Aktivitäten in Hirnregionen, die für emotionales Verständnis relevant sind.
Nach Aussage der Forschungsleiterin Susan Fiske weisen die Untersuchungsergebnisse darauf hin, dass sexy Bilder von Frauen die Art und Weise beeinflussen, wie Männer das andere Geschlecht wahrnehmen. Frauen würden demnach mehr als "Objekte" denn als Menschen betrachtet.

Sexy Poster am Arbeitsplatz?

"Wenn etwa am Arbeitsplatz sexualisierte Poster hängen, können die Assoziationen der männlichen Mitarbeiter auf ihre Kolleginnen überschwappen", wird Fiske im britischen "Guardian" zitiert. Ob zum Beispiel in Büros entsprechende Fotos zu sehen sein sollten, sei deshalb fraglich. "Ich bin nicht für Zensur, aber man sollte im Kopf haben, welche Vorstellungen solche Bilder wecken können", so die Sozialpsychologin.
Und wie ist es andersherum? Nehmen Frauen halbnackte Männer auch als "Objekte" wahr? Fiske glaubt nicht daran: Bisherige Studien hätten gezeigt, dass Männer wesentlich mehr auf Sex fokussiert seien als Frauen. Trotzdem werden an der Princeton University bereits entsprechende Experimente vorbereitet.

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