Verbotener Sex zu Karneval: Küss mich Fremder!

Donnerstag, 04.02.2016

Gemeinsam trinken, schunkeln und dann Sex? Für viele gehört der One-Night-Stand zum Karneval wie der Schaum zum Bier – und zwar nicht nur für Singles…

Eine Umarmung hier, ein Küsschen da und ehe sich so mancher Jeck versieht, ist aus einem soeben begonnenen Flirt ein aufregender One-Night-Stand geworden. Dabei lassen sich zu Karneval nicht nur ledige Jecken und Funkenmariechen auf die bierselige Zweisamkeit ein. Auch Faschings-Fans in festen Händen nutzen die vermeintliche Narrenfreiheit für unverbindlichen Sex. Wer besonders gefährdet ist und warum viele gerade Karneval beziehungsweise Fasching als Freifahrtschein für einen Seitensprung ansehen, erklärt Diplom-Psychologe Benjamin Martens von psycheplus.

Alkohol + Anonymität = Karneval-Sex

Während des Karnevals gilt für viele: Jetzt darf es schon mal das eine oder andere Gläschen mehr sein. Die Folge: Man kommt sich schnell näher. Ein Grund dafür ist die enthemmende Wirkung von Alkohol: "Die Kontaktaufnahme zu anderen fällt leichter, die Hemmschwelle sinkt, einmal aus sich herauszugehen", erklärt Martens. Wird die Karnevalssause allerdings zu ausgelassen, falle es im angetrunkenen Zustand auch schwerer, sich zu bremsen. "Die Folge: Man überschreitet Grenzen, die man sonst respektieren würde." Aber nicht nur der Alkohol ist für die Häufung von verbotenem Sex in der fünften Jahreszeit verantwortlich. "Auch Verkleidung und Maskerade spielen eine wichtige Rolle. Wer sich verkleidet, schlüpft in eine andere Rolle – und streift das enge moralische 'Korsett' des Alltags ab", so der Psychologe. Und die Gruppendynamik tut ihr übriges: Der einzelne Karnevalist ist nur einer unter vielen. In der Masse löst sich das normale soziale Gefüge zeitweise auf: "Man tut eben das, was alle tun."

Flirty-Karneval – Wie halten wir es wirklich mit der Treue? Die Zahlen!

Wer geht eher fremd: Pirat oder Schneewittchen?

Studien gehen davon aus, dass gut jeder vierte Deutsche seinen Partner mindestens einmal betrogen hat; bei den weiblichen Befragten räumen sogar 46 Prozent einen Seitensprung ein. "Demnach sind es keineswegs nur die Männer, die in einer Partnerschaft auf Abwege geraten können", sagt der Psychologe. Allerdings würden beide Geschlechter die Grenzen sehr unterschiedlich ziehen: Während für viele Frauen die Untreue bereits beim Küssen beginne, setze das schlechte Gewissen bei den meisten Männern erst beim Sex ein. "Außerdem belassen diese es oft nicht bei einem einmaligen Ausrutscher – anders als viele Frauen, die eher Skrupel haben, aus einem Seitensprung eine richtige Affäre zu machen."

Verbotener Sex: Viele Faktoren beeinflussen die Treue

Ob es an Karneval zum Fremdgehen kommt oder nicht, wird von vielen individuellen Faktoren beeinflusst, etwa: Wie steht es um die Zufriedenheit in der Beziehung? Gibt es gelebte Gemeinsamkeiten? Partner, die sich unzufrieden, eingeengt oder unverstanden fühlen, neigen eher dazu, Bestätigung abseits der häuslichen Gemeinschaft zu suchen und sich auf Sex mit einem anderen Menschen einzulassen. Auch die persönliche Lebenssituation ist wichtig: Ist der Betreffende mit sich im Einklang – oder hat er das Gefühl, im Leben etwas zu versäumen? Wie offen und flirtfreudig ist jemand? Und schließlich: Wie geht das Paar mit Treue in der Partnerschaft allgemein um? Wer eine einvernehmlich offene Beziehung pflegt, kann mit dem Partner zu Kraneval womöglich sogar spezielle Absprachen treffen: Rund 20 Prozent der Männer und 14 Prozent der Frauen geben an, einen sexuellen Ausrutscher an Fasching zu tolerieren.

Was tun, wenn es an Karneval passiert ist?

Für alle anderen gilt: Ein Seitensprung kann eine ernsthafte Bedrohung für die Beziehung sein. Betrogene leiden häufig stark unter dem erlittenen Vertrauensbruch. Der Fremdgeher muss vor allem mit dem schlechten Gewissen leben – und auch das kann die Partnerschaft belasten. Bei gut jedem fünften Paar führt ein Seitensprung am Ende zur Trennung. Andere gehen konstruktiv damit um und versuchen die Partnerschaft zu verbessern. Das setzt allerdings offene Gespräche voraus: Nach einer Forsa-Umfrage würde immerhin jeder Zweite seinem Partner verzeihen, wenn er seinen verbotenen Sex ehrlich und von sich aus zur Sprache bringt. Allerdings ist die schonungslose Beichte nicht immer ein Garant für einen Neuanfang. Unter Umständen kann es in solchen Situationen sinnvoll sein, eine Annäherung mit Hilfe eines Paartherapeuten zu versuchen – und so jenseits des Karnevals den eigentlichen Ursachen für den Fehltritt auf den Grund zu gehen.

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Seitensprung zu Karneval Küss mich Fremder!

Heißer Sex nach der Karnevalsparty: Für viele Jecken ist das zu Karneval selbstverständlich – Partner hin oder her.

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