Samenstau: Kein Sex = Schmerzen?

Donnerstag, 28.05.2009

Sex-Mythen gibt's wie Sand am Meer. fem.com klärt auf. Heute: Männer bekommen bei Sex-Entzug einen Samenstau.

Männer können wirklich sehr darunter leiden, wenn sie nicht genügend Sex bekommen. Nahezu jede Frau hat dies schon das eine oder andere Mal in ihrem Leben selbst miterlebt. Wenn Mann seiner Lust nicht nachgeben kann, leidet er sehr schnell unter den verschiedensten Symptomen - von Deprimiertheit über Unausgeglichenheit bis hin zu jenem leidenden Hundeblick, den sonst nur triefäugige Bassets so vollendet beherrschen.

Zu viel Spermien?

Normalerweise bleiben diese Leiden jedoch auf die psychische Ebene beschränkt. Manche Männer klagen bei längerem Sexentzug (und dafür können schon drei Tage ausreichen) aber auch über einen schmerzhaften Samenstau. Ihre Erklärung dafür klingt im ersten Moment ganz einleuchtend: Schließlich sind ihre Hoden von der Pubertät bis ins hohe Alter ständig mit der Produktion von Milliarden von Spermien beschäftigt, und wenn sie diese nicht von Zeit zu Zeit loswerden - tja, dann scheint es ihren Hoden wie einem zu stark aufgepusteten Luftballon zu gehen: Der Druck darin wird schier unerträglich.

Hübsches Märchen

So weit, so einleuchtend - aber was ist wirklich dran an dieser Geschichte? Und wieso bekommen wir Frauen sie immer wieder so zu hören, als gäbe es plötzlich nicht mehr die Möglichkeit, sich selbst zu befriedigen? Bei genauerem Hinsehen erweist sich die Gefahr des schmerzhaften Samenstaus zum Glück als ein hübsches Märchen. Zwar steigt die Anzahl der Spermien in den ersten fünf Tagen nach einer Ejakulation stetig an, bis sie wieder ihr Durchschnittsniveau erreicht, aber das imaginäre Reservoir, in dem diese Spermien gespeichert werden, gleicht in keiner Weise einem Stausee ohne Abfluss.

Schmerzen gibt es nicht

Der menschliche Körper ist schließlich nicht dafür gebaut, wertvolle Ressourcen unnötig zu vergeuden: Da die Spermien teils schon nach wenigen Tagen zu verfallen beginnen, werden unbrauchbare und überschüssige Spermien nach und nach einfach wieder absorbiert. Dies geschieht jedoch vom Mann völlig unbemerkt, und er erleidet dabei nicht die geringsten Schmerzen.

Krämpfe in der Muskulatur

In manchen Fällen kann Sexentzug allerdings tatsächlich zu Schmerzen im Bereich der Nebenhoden und Samenleiter führen: Wenn nämlich ein Mann über längere Zeit sexuell erregt ist, ohne zur Ejakulation zu kommen. Dieses auch als Bräutigamsschmerz bekannte Phänomen entsteht jedoch nicht etwa durch den aufgestauten Samen, sondern durch Krämpfe in der Muskulatur der Samenwege.

Gegenstrategien neben Sex

Anstatt deshalb gleich mit dem Ärmsten ins Bett zu springen, sollte es im Zweifelsfall aber ebenso gut möglich sein, seiner Erregung einen kräftigen Dämpfer zu verpassen - oder ihn dezent daran zu erinnern, dass die Linderung seiner Schmerzen schließlich auch in seiner Hand liegt...

Lynn Hagens

Lust auf mehr?

In ihrem Buch "Je kürzer, desto länger: Die populärsten Sex-Irrtümer" (Humboldt Verlag, 8,90 Euro, bestellbar z.B. über www.amazon.de) klärt die Sex- und Partnerschafts-Expertin Lynn Hagens zahlreiche Sex-Mythen auf.

Männer bekommen bei zu wenig Sex einen Samenstau!

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28.05.2009 13:31
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