Die Peitsche als Sextoy: So schön kann Schmerz sein

Mittwoch, 08.06.2016

Kleine Klapse, leichte Hiebe oder feste Schläge – mit einer Peitsche lassen sich Schmerzen auf lustvolle Weise empfinden. Wir erklären den Zauber des Sexspielzeugs und wie es eingesetzt wird.

Durch die Schläge einer Peitsche pure Erregung empfinden? Manch Einen mag dieser Gedanke zunächst befremden. Doch liegt der Grund für die stimulierende Wirkung des Sextoys klar auf der Hand – oder vielmehr im Gehirn: denn hier liegen Schmerz-und Lustzentrum nahe beieinander, wodurch äußerliche Reize mitunter von beiden Hirnarealen verarbeitet werden. Bedeutet: Die Anlage, durch Schmerz Lust zu empfinden, besitzen wir alle.

Eine Peitsche im Schlafzimmer? Gar nicht abwägig!

Nicht nur das – wie der Psychologe Dr. Erich Kasten im Gespräch mit Neon.de erklärt, spielen weitere Faktoren eine Rolle: "Kick durch Schmerz ist etwas vollkommen Normales, wir alle haben das. Das kommt daher, dass der Körper bei Schmerzen Adrenalin ausschüttet, außerdem produziert das sogenannte absteigende Schmerzsystem Opioide, also körpereigene Betäubungsstoffe, die euphorisch machen." Ist eine Peintesch im Schlafzimmer also gar nicht so abwägig?

Die Peitsche – Sexspielzeug im BDSM

Anhänger der SM- und BDSM-Szene – die Abkürzung steht für die englischen Begriffe "Bondage, Discipline, Dominance, Submission and Sadomasochism" – wissen längst um die erregende Wirkung von Schlägen mit der Peitsche. Wie bei anderen sexuellen Spielarten aus dem Sadomaso-Bereich, geht es auch hier um Macht und Unterwerfung.

Die Sexpartner bestimmen zunächst, wer in die Rolle des dominanten Parts (als "Top" bezeichnet) schlüpft und wer den devoten Part (auch "Bottom") einnimmt. Während einer Session fügt der Top dem Bottom Schmerzen, etwa mit einer Peitsche zu. Er züchtigt und diszipliniert ihn – das beiderseitige Einvernehmen vorausgesetzt. Übertritt der Top doch mal eine (Schmerz-)Grenze, kann der Bottom die Session auf der Stelle mit einem zuvor festgelegten Safeword unterbrechen bzw. beenden.

Peitschen-Hiebe im heimischen Schlafzimmer

Doch auch viele Paare, die Sex normalerweise fernab von SM-Praktiken erleben, wollen etwas Neues ausprobieren, finden Gefallen daran, Grenzen auszutesten. Andere hoffen, mit Peitsche, Handschellen und Co., ihrem Liebesleben neue Impulse zu verleihen und ihrer Flaute im Bett ein Ende zu bereiten. Wie aber lässt sich die Peitsche ins Liebesspiel integrieren? Wir fangen mit den Basics an:

Wie kommt die Peitsche ins Schlafzimmer?

Wenn du den Wunsch verspüren solltest eine Peitsche in dein Schlafzimmer einzuführen, solltest du auf jeden Fall zunächst mit deinem Partner darüber sprechen: Möchte er es versuchen? Wie soll das Ganze aussehen? Wer würde den Schmerz empfangen? Und so weiter. Dann geht es an die Anschaffung:

Diese Peitschen-Modelle gibt es

Die Auswahl an Peitschen-Modellen ist schier unerschöpflich. Schon die Peitschengriffe gibt es in unterschiedlichsten Materialien und Ausführungen: von hartem Metall über weiches Silikon bis hin zu geschmeidigem Leder ist alles dabei. Wichtiger ist allerdings, die Beschaffenheit der Peitschenschnur zu kennen. Generell gilt: Je härter das Material und je punktueller die Auflagefläche, desto mehr Schmerzen verursacht die Peitsche. Längere Peitschen erfordern außerdem mehr Übung, da es schwieriger ist, ihre Bewegungen zu kontrollieren. Für Peitschen-Anfänger eignet sich vor allem eine Peitsche mit weicher und kurzer Peitschenschnur.

Wohin mit den Peitschenhieben?

Als Körperstellen eignen sich am besten Rücken und Po, weil sie für ernsthafte Verletzungen weniger empfindlich sind. Doch auch hier ist Vorsicht im Wirbelsäulen-und Nackenbereich geboten: Zu feste Schläge auf hervortretende Wirbel können zu Hautverletzungen führen. Und auch auf die Niere sollte nicht viel Gewalt ausgeübt werden, da andernfalls ein Nierenriss drohen kann. Die Intensität des Schmerzes und das Verletzungsrisiko hängen aber nicht zuletzt auch von der Art der Peitsche und den Wünschen des Ausgepeitschten ab.

Integration ins Liebesspiel

Um die Peitsche geschmeidig ins Liebesspiel einzubauen bieten sich Rollenspiele an. Das klassische "Du warst ein böser Junge"-Szenario kann helfen das Sextoy zum Einsatz kommen zu lassen. Wer aber gleich zur Sache kommen will kann dies natürlich auch tun. Wichtig ist nur, dass sich keiner der von beiden sich unwohl fühlt und sich auch äußert, wenn das der Fall ist. Die Peitsche ist eben nicht jedermanns Sache.

Softer als eine Peitsche: Paddel und Klatsche

Wemm eine Peitsche etwas zu heftig für den Anfang ist kann die etwas softeren Paddel und Klatschen ausprobieren. Sie haben eine breite Auflagefläche und bestehen aus Materialien wie Holz, Gummi und Leder – wobei Letzteres dank seiner weichen Beschaffenheit am wenigsten Schmerzen verursacht. Diese Sexspielzeuge eignen sich nicht nur bestens für Einsteiger, auch Fortgeschrittene nutzen sie in der Aufwärmphase, um für eine gute Durchblutung der Haut ihres Bottoms zu sorgen, weil so das Risiko von Hautverletzungen verringert werden kann.

Für Fortgeschrittene: Singletail-Peitschen

Etwas mehr Übung erfordern dagegen Leder-und Gummi-Riemenpeitschen, weil ihre Schlagkraft schon beträchtlich ist. Die Kür stellen die Singletails – einschwänzigen Peitschen – dar. Nur wer geübt im Umgang mit Peitschen ist, sollte dieses Schlaginstrument benutzen, da es bei hoher Schmerzintensität sehr schwer zu kontrollieren ist.

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Die Peitsche - Sextoy für lustvolle Qualen

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08.06.2016 17:20
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