Niemals mit der Trennung drohen

Sonntag, 21.12.2014

Auch Streitigkeiten gehören zu einer gesunden Beziehung. Dennoch kommen Paare oftmals an den Punkt, an dem mit einer Trennung gedroht wird, um sich durchzusetzen. Paartherapeut Oskar Holzberg erklärt, wie man mit Scheindrohungen die Beziehung zerstört.

Während einer Diskussion mit ihrem Partner würden Paare, laut der Online-Ausgabe der Brigitte, oftmals die ganze Beziehung in Frage stellen und geben Sätze, wie „vielleicht sollen wir es ganz lassen“ von sich. Weshalb die Androhung einer Trennung ein Fehler ist, erfahren Sie hier.

Trennung androhen ähnelt der Kindheit

Aussagen, wie "wir sollten endlich einsehen, dass wir nicht zusammenpassen", seien bei manchen Paaren mit der Zeit mehr als üblich. Viele finden darin einen leichten Weg ihren Partner unter Druck zu setzen und zu erreichen, was man sich wünscht. Ein anderer Fall sei nach eben solchen Kapitulationen aus der Diskussion auszusteigen und den Partnern mit diesen Diskussions-Scherben alleine zu lassen, so brigitte.de. Am Anfang einer Beziehung wäre das der Zeitpunkt zu versuchen, den Partner umzustimmen und vor lauter Angst aus Verlust der Beziehung anzufangen zu betteln, brigitte.de. Sei das Paar schon längere Zeit liiert, sehe die Reaktion scheinbar anders aus. Man entwickle eine größere Gleichgültigkeit und habe laut Paartherapeut Oskar Holzberg nicht mehr so viel Angst vor der Trennung. Das trotzige Verhalten, einfach aus der Beziehung "auszusteigen", sobald Konflikte eintreten, kenne man bereits aus Kindestagen, wenn man miteinander spielte: "Wir waren gerade dabei, neue Regeln auszuhandeln, dann gab es Streit und jemand sagte: ‚Jetzt spiele ich nicht mehr mit!‘", zitiert das Frauenmagazin den Paartherapeuten. Danach habe das Kind alles stehen und liegen gelassen und lief davon. Wir als zurückgelassener Mitspieler wurden hingegen hilflosen Gefühlen ausgesetzt und hätten uns geschworen, nie mehr mit dem Spielverderber zusammen zu spielen.

Trennung als Drohung stellt Liebe in Frage

Genauso wie im Spiel, könne man auch eine Beziehung erhalten, solange man Dinge regeln würde und sich damit auseinandersetze. In beiden Fällen, Beziehung oder Kindheit, hätte der Partner sicher einmal ein Gefühl von Unfairness erfahren, welches durch Gespräche oder Diskussion beseitigt werden könne, erklärt Oskar Holzberg. "Eine Trennungsdrohung hat jedoch eine ganz andere Qualität", so Oskar Holzberg, "sie stellt die Beziehung selbst infrage und damit die Basis, auf der Konflikte ausgetragen werden können." Es sei essentiell. sich auch mal heftiger zu streiten, um danach wieder wirkliche Nähe leben zu können. Um so viel von sich zeigen zu können, brauche man als Partner jedoch die Gewissheit, nicht gleich fallen gelassen zu werden, sobald ein Problem auftrete und man für den Partner schwierig werde. Wer mit einer Trennung drohe, erreiche damit nur, dass der Partner beginnt, auf diese Drohung zu reagieren. Sei es mit Angst, Wut oder damit, dass der Partner selbst anfängt, ernsthaft über eine Trennung nachzudenken.

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Wichtig ist es, dem Partner im Streit nicht das Gefühl zu geben zu anstrengend zu sein.

Wer seinen Partner mit Drohungen, wie "Dann trennen wir uns eben", abspeist, schadet seiner Beziehung massiv.

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