Pille danach: Kosten, Wirkung und mehr

Dienstag, 17.02.2015

Das Kondom ist abgerutscht oder Sie haben vergessen, die Pille einzunehmen, wollen eine Schwangerschaft aber unbedingt verhindern? Die Pille danach kann in diesem Fall bis zu fünf Tage nach dem ungeschützten Sex eingenommen werden - und das künftig rezeptfrei. Wie das Notfall-Verhütungsmittel wirkt und was genau bei der Einnahme zu beachten ist, erfahren Sie hier. 

Für Frauen, die während ihrer fruchtbaren Tage ungeschützten Sex hatten, gibt es zwei hochdosierte Hormonpräparate, um eine Schwangerschaft zu verhindern. Welche Pille danach geeignet ist, hängt davon ab, wie lange der ungeschützte Geschlechtsverkehr zurückliegt. Bis zu 72 Stunden (3 Tage) nach dem Unfall-Sex eignet sich das Präparat mit dem Wirkstoff Levonorgestrel. Das Präparat mit dem Wirkstoff Ulipristalacetat kann hingegen bis zu 120 Stunden (5 Tage) nach dem Sex eingenommen werden.

Pille danach: Wirkungsweise von Levonorgestrel

Die Pille danach mit dem Wirkstoff Levonorgestrel – ein künstliches Gestagen – verhindert oder verzögert den Eisprung, je nachdem, wann sie eingenommen wird. Ist es bereits zu einer Einnistung einer befruchteten Eizelle in die Gebärmutter gekommen, wirkt Levonorgestrel einer Schwangerschaft nicht mehr entgegen. Daher gilt bei diesem Präparat: Je früher die Einnahme erfolgt, desto wirksamer ist es. Innerhalb der ersten 24 Stunden kann eine Schwangerschaft laut dem Medizinportal Onmeda noch mit einer Wahrscheinlichkeit von 95 Prozent verhindert werden.

Notfall-Verhütung mit Ulipristalacetat

Das Hormonpräparat mit dem Wirkstoff Ulipristalacetat ist seit Oktober 2009 auf dem Markt und seit Februar 2013 die Standardmethode der Notfallverhütung, wie die "Deutsche Gesellschaft für Gynäkologische Endokrinologie und Fortpflanzungsmedizin" erklärte. Das Präparat hemmt das Sexualhormon Progesteron, stört damit den Eisprung und sorgt dafür, dass die Gebärmutterschleimhaut wie bei der natürlichen Regelblutung abgestoßen wird. Damit wird die Einnistung einer gegebenenfalls befruchteten Eizelle verhindert.

Auch bei dieser Pille danach kann eine Schwangerschaft mit höherer Wahrscheinlichkeit verhindert werden, wenn sie möglichst früh eingenommen wird. Wie Onmeda berichtet, zeigen erste Vergleichsstudien der Wirkstoffe Ulipristalacetat und Levonorgestrel aber auch, dass ersteres Präparat unabhängig vom Zeitpunkt der Einnahme eine höhere Wirksamkeit garantiert. Allerdings bedürfe es weiterer Studien, um diese Ergebnisse zu untermauern.

Nebenwirkungen der Pille danach

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Beide Hormonpräparate können Nebenwirkungen wie Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen, Spannungen in der Brust und Unterbauchschmerzen auslösen. Es ist außerdem möglich, dass Zwischenblutungen auftreten und die nächste Periode erst mit einiger Verzögerung einsetzt. Trotzdem ist es ratsam, bei Ausbleiben der Regel durch den Frauenarzt abklären zu lassen, ob es trotz der Einnahme der Pille danach zu einer Schwangerschaft gekommen ist. Ein Schwangerschaftstest kann hier ebenfalls Aufschluss geben.

Frauen, die sich innerhalb von drei Stunden nach Einnahme der Pille danach erbrechen müssen, wird zudem eine erneute Einnahme empfohlen, da die Wirksamkeit des Präparats nicht mehr garantiert werden kann.

Ellaone künftig rezeptfrei

SPD und Grüne forderten in Deutschland schon länger eine rezeptfreie Pille danach, bislang jedoch ohne Erfolg. Jetzt nahm die EU-Kommission der Bundesregierung diese Entscheidung ab: Sie befreite das Präparat Ellaone mit dem Wirkstoff Ulipristalacetat von der Rezeptpflicht. Betroffene Frauen werden sich demnach künftig nicht länger von einem Gynäkologen, einem Arzt in einer pro familia Beratungsstelle oder dem Hausarzt ein Rezept ausstellen lassen müssen, sondern erhalten das Präparat rezeptfrei in der Apotheke. Damit folgte die Kommission kürzlich einer Empfehlung der europäischen Arzneimittelbehörde (Ema). Die zweite, bereits länger auf dem Markt erhältliche Pille danach, Pidana, mit dem Wirkstoff Levonorgestrel ist von diesem Beschluss allerdings ausgenommen. Grund: Anders als Ellaone wurde Pidana nicht mit einem Mal für die gesamte EU zugelassen, sondern seperat von jedem EU-Staat. Daher obliegt auch die Rezeptfreiheit hier den einzelnen EU-Mitgliedern. Ob sich die Bundesregierung nun dazu entscheiden wird, beide Präparate von der Rezeptpflicht zu befreien, ist bislang unklar.

Die Rezeptpflicht sollte ursprünglich sicherstellen, dass ein Mediziner zunächst überpüfen kann, ob bereits eine Schwangerschaft vorliegt – in diesem Fall darf die Pille danach nicht eingenommen werden - der Arzt klärte bislang außerdem, ob das Hormonpräparat für eine Einnahme geeignet ist und mögliche Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten auftreten können. Diese Beratungsaufgaben werden fortan die Apotheker übernehmen müssen.

Kosten der Hormonpräparate

Die Pille danach mit dem Wirkstoff Levonorgestrel kostet um die 18 Euro, das Ulipristalacetat-Präparat beläuft sich auf ca. 35 Euro. Bei jungen Frauen unter 20 Jahren übernimmt die Krankenkasse die Kosten.

Wichtig: Für welches Präparat man sich im Fall der Fälle auch entscheidet - die Pille danach greift erheblich in das Hormonsystem der Frau ein, sollte also ausschließlich im Notfall verwendet und unter keinen Umständen als Verhütungsmittel betrachtet werden. Zudem schützt die Pille danach nicht vor sexuell übertragbaren Krankheiten.

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17.02.2015 10:33
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