Persona als natürliche Verhütung: Fruchtbar oder nicht?

Donnerstag, 23.04.2015

Grüne Tage, rote Tage: Der Verhütungscomputer Persona ermittelt anhand des Hormonspiegels im Urin, an welchen Zyklustagen das Risiko einer Schwangerschaft besonders hoch ist. Wir haben uns Persona für Sie näher angesehen.

Persona ist der wohl bekannteste, bei uns erhältliche Verhütungscomputer. Er gehört zur Gruppe der sogenannten natürlichen Verhütungsmittel und ist seit 1996 in Europa erhältlich. Auch wenn sich sein Erscheinungsbild seitdem stark verändert hat, das Prinzip des Geräts ist noch immer dasselbe: Persona misst das Hormonlevel im weiblichen Urin und berechnet auf dieser Grundlage das Risiko einer Schwangerschaft bei ungeschütztem Geschlechtsverkehr.

Persona: So funktioniert die Methode

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Der Verhütungscomputer basiert dabei auf einer simplen Unterscheidung zwischen roten und grünen Tagen: An grünen Tagen soll ungeschützter Geschlechtsverkehr folgenlos möglich sein, an roten Tagen ist die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft erhöht, auf Sex sollte daher verzichtet werden - sofern kein zusätzliches Verhütungsmittel genutzt wird. Um dieses Ergebnis ermitteln zu können, wertet Persona die Menge des Östrogens Estradiol (E3G) sowie des luteinisierenden Hormons (LH) im Urin aus. Während die Menge an E3G bereits einige Tage vor einem Eisprung zu steigen beginnt, erhöht sich die Konzentration von LH erst unmittelbar vor der Ovulation sehr stark. Unter Einbeziehung der Lebensdauer von Spermien errechnet der Computer so rund sechs bis zwölf rote Tage innerhalb eines monatlichen Zyklus.

Anwendung des Verhütungscomputers

Um die roten Tage bestimmen zu können, müssen Anwenderinnen an acht Tagen im Monat Hormonmessungen durchführen. Zu diesem Zweck werden kleine Teststäbchen mit morgendlichem Urin getränkt und in das Gerät eingeführt. Nach etwa fünf Minuten soll dann das Ergebnis auf dem Persona-Display erscheinen. Die Ergebnisse des aktuellen sowie der zurückliegenden sechs Zyklen werden in dem Gerät abgespeichert.

Vorteile des Persona-Computers

Ein Vorteil der Persona-Verhütung liegt – wie auch bei anderen natürlichen Verhütungsmodellen, die etwa die Temperatur oder den Zervixschleim messen – im gänzlichen Ausbleiben von Nebenwirkungen. Auch für Frauen, die hormonelle bzw. chemische Verhütungsmethoden nicht vertragen oder einen natürlichen Zyklus bevorzugen, kann Persona eine Alternative sein.

Nachteile der Verhütung mit Persona

Ein Nachteil der Persona-Methode ist – verglichen etwa mit der Antibabypille – die geringere Sicherheit. Laut

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Herstellerangaben liegt der Pearl-Index des Verhütungscomputers bei 6, das heißt: Sechs von 100 Frauen, die Persona ein Jahr lang korrekt anwenden, werden trotzdem schwanger. Zum Vergleich: Der Pearl-Index der Antibabypille liegt bei 0,1 bis 0,9. Daher empfiehlt der Hersteller den Computer vor allem für Paare in langen Beziehungen und rät solchen Nutzerinnen ab, die auf keinen Fall schwanger werden möchten.

Ein weiterer Nachteil: Nicht alle Frauen können Persona nutzen. Wer einen besonders kurzen (weniger als 23 Tage) oder langen (mehr als 35 Tage) Zyklus hat, kann die Verhütungsmethode ebenso wenig anwenden, wie etwa Frauen, die Wechseljahr-Symptome verspüren oder stillen. Frauen, die zuvor mit der Antibabypille verhütet haben, schwanger waren oder gerade abgestillt haben, müssen so lange warten, bis sich ihr Zyklus normalisiert hat. Ein weiterer wichtiger Punkt: Diese Verhütungsmethode kann - richtig angewendet - vor einer Schwangerschaft schützen, nicht aber vor sexuell übertragbaren Krankheiten wie Hepatitis B oder HIV. Nur ein Kondom bietet den erforderlichen Schutz vor Geschlechtskrankheiten.

Zudem ist Persona recht teuer. Nachdem der Verhütungscomputer bereits mit rund 80 Euro zu Buche schlägt, verursachen die Teststäbchen fortlaufend weitere Kosten: Etwa 40 Euro kosten 32 Stäbchen, die für vier Monate genügen sollen. Erhältlich sind der kleine Computer und die Teststäbchen in der Apotheke.

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Der Verhütungscomputer Persona ermittelt auf Grundlage des Hormonspiegels im Urin, wann ein geringes Schwangerschaftsrisiko bei ungeschütztem Sex besteht.

Verhüten ja, aber auf natürliche Weise? Der Verhütungscomputer Persona hilft dabei, die unfruchtbaren und fruchtbaren Tage eines Zyklus zu bestimmen. So sicher wie die Antibabypille ist er allerdings nicht.

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